Antwort auf antikommunistische Kampagnen

Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass dargestellt wird, dass es in der DDR womöglich Leute gab, die unschuldig im Gefängnis saßen, auch aus politischen Gründen und die arbeiten mussten, ob sie es wollten oder nicht. Vielleicht kann man das Zwangsarbeit nennen.
Es gibt und gab kein Land auf der Welt, in dem es nicht Justizirrtümer und Opfer von Machtmissbrauch gibt und gab. Bestes Beispiel ist Mollath. Nur gibt es eben heute den Verfolgungswahn nicht mehr, der im kalten Krieg auf beiden Seiten charakteristisches Merkmal der damaligen Zeit war und dem es geschuldet war, dass man zu oft Feinde des Systems sah, wo gar keine waren.
Die Frage ist doch nur, warum man das heute ausgräbt und mit einem Ausrufezeichen an Bedeutsamkeit in den Medien verbreitet, dass es in der DDR angeblich schlimme Zwangsarbeit gab.
Ein Grund ist sicher, dass der Gruselfaktor Stasi nicht mehr zieht. In Zeiten des NSA Skandals und der CIA Verschleppungs- und Folterlager, holen Stasi-Geschichten keinem Menschen mehr hinter den Ofen vor. Geradezu absurd Gaucks Schönrederei, dass doch die NSA weit weniger schlimm agiere, weil sie ja keine Stasi-Akten anlege.
Man braucht also einen Ersatz – ein neues Thema.
Auch andere Geschichten, wie das Doping in der DDR, ziehen nicht mehr. Wir wissen, dass, als man vor Kurzem Doping in der alten BRD aufarbeiten wollte, spät genug und stiefmütterlich, 90% aller Akten diesbezüglich auf wundersame Weise verschwanden und das das Ergebnis der spärlichen Aufarbeitung, aus Gründen des Schutzes der Privatsphäre eigentlich gar nicht veröffentlicht werden sollte. Was für ein Affentheater. Während man vermeintliche Vergehen diesbezüglich in der DDR, gar nicht laut genug hinausposaunen konnte. Schutz der Privatsphäre, war für Ostdeutsche nicht vorgesehen.
Oder nehmen wir den Versuch, den Leuten einzureden, dass die DDR ihre Kranken als Versuchskaninchen missbraucht haben soll. Bis heute ist kein Fall nachzuweisen, dass nur ein Mensch zu Schaden kam. Jeder Kranke heute, kann nur den Kopf schütteln, wenn er mitbekam, wie das DDR Gesundheitssystem mit Vermutungen und Halbwahrheiten bloßgestellt werden sollte. Bei 17000 Toten jedes Jahr, durch Ärztepfusch und Krankenhauskeimen, bei Hunderttausenden von unnützen OP´s und bei wirklichen skandalösen Fällen von Arztneimitteltests an Indern und Afrikanern heute, täte man gut daran einfach die Klappe zu halten.
Und der Missbrauch in Heimen der DDR. Als der Skandal um die Missbrauchsfälle in westdeutschen kirchlichen Einrichtungen und Heimen hochkochte, pünktlich als alle Straftaten verjährt waren, konnte man sich nicht mehr herauslavieren. Die Fälle stellten die westdeutsche Gesellschaft bloß. Sie duldete Missbrauch im großen Stil und zeigte auf, wie sehr die Kirche Einfluss hatte und verwoben war, mit der Politik. Nur durch das Wissen, dass Missbrauch nie herauskommen würde, weil eine Krähe der anderen kein Auge aussticht, konnte man so missbrauchen und ausbeuten.
Bis heute ist nur der sexuelle Missbrauch angesprochen worden. Die Zwangsarbeit, die Hunderttausende von Heimkindern und Insassen von Psychiatrien im Westen leisten mussten und auch die Gewalt, der sie ausgesetzt waren, ist auf wundersame Weise unter den Tisch gekehrt worden. Man hatte nämlich eine Joker gefunden: die DDR.
Ganz fix entdeckte man die Heimkinder aus der DDR als Opfer und drapierte sie vor den Missbrauchsskandal West. Während Opfer im Westen Jahrzehnte um Anerkennung kämpften, suchte man im Osten händeringend nach Opfern. „Ihr Opfer meldet euch doch – es gibt auch Entschädigung“, war die Devise. Schon drehten die ersten Politiker durch und forderten, dass alle Heimkinder in der DDR prinzipiell Opfer seien. Es dauert nicht lange, dann sind auch alle Schuldkinder der DDR prinzipiell Opfer.
Nur ist es heute so, dass sich die Opfer West verhöhnt fühlen, weil sie wieder einmal nicht ernst genommen werden. Für sie stellt es sich so dar, dass wieder mal alles zu den Fällen Ost schaut, weil es einfach das Bequemste ist. Die eigene Vergangenheit aufarbeiten, bringt nur unnötig Unruhe.
Man macht sich insgesamt so was von lächerlich damit, dass man mit zweierlei Maß misst und es notwendig hat, die DDR in einem fort abzuwerten, dass man nur noch angewidert wegschauen mag. Als Westdeutscher wäre ich peinlich berührt.
Was bleiben nun noch für Strohhalme an denen man ziehen kann, um die DDR „wo immer möglich zu delegitimieren“, wie es Kinkel einmal ausdrückte, ohne sich selber lächerlich zu machen?
Ach ja: Die Zwangsarbeit in DDR-Gefängnissen. Da hat man ein Thema gefunden und mag es freiwillig auch so schnell nicht wieder hergeben.
Zweifellos wird es bald den ersten Film darüber geben, der auch prompt den bayerischen und deutschen Filmpreis bekommen wird – vermutlich mit Anna Loos und/oder J.J. Liefers, wem sonst. Selbst wenn 90 Minuten nur Testbild zu sehen wäre, würden diese Preise sicher sein – es geht ja ums Prinzip.
Man darf gespannt sein, was dann als Nächstes ausgegraben wird. Eine gewisse Komik, die das Ganze auch hat, kann man nicht leugnen.
Tom Roter

https://prkreuznach.wordpress.com/2014/05/24/die-wahrheit-uber-die-ddr-knaste/

https://prkreuznach.wordpress.com/2014/05/28/richtigstellung-zu-gefangenentransport-nach-hohenschonhausen/

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8 Gedanken zu “Antwort auf antikommunistische Kampagnen

  1. Pingback: Knackige Hetzkampagne gegen DDR – von wegen Zwangsarbeiter | Was war die DDR ?

  2. Xenania, was heißt eigentlich „aufarbeiten“? Ich frage mich immer, warum und wo soll hier etwas „aufgearbeitet“ werden? Die DDR „aufarbeiten“ heißt doch, die Geschichte NEU zu schreiben, so daß kein gutes Haar mehr an der DDR bleibt. Oder etwa nicht? Kein Thema ist zu albern, um es nicht dafür verwenden zu können, und kein minderwertiger literarischer Dreck ist zu billig, um ihn nicht als vergifteten Nachruf gegen die DDR zu verwenden. Es ist richtig: diese „Fälle“ aus der DDR werden ganz flink vor die eigenen bundesdeutschen Probleme drapiert. Und die tatsächlichen Opfer der BRD-Justiz und BRD-Kindesmißhandlung fühlen sich zurecht verhöhnt.
    Was war die DDR denn nun wirklich?
    http://sascha313.blog.de/2012/05/20/leben-ddr-lebensweise-familie-13711027/

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  3. Noch kurz: Die NSA unterscheidet sich für mich insofern von der Stasi, dass ich als kleiner Hinz oder Kunz nicht vor „Zersetzung“ Angst haben muss, wenn ich meine Meinung kundtue oder falsche Kontakte habe oder oder oder….

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    • So einfach ist es auch wieder nicht. Der erste Unterschied liegt erst mal in den technischen Möglichkeiten. Die waren damals beim MfS nicht so gegeben, wie heute bei der NSA.
      Ich war oft in der DDR und überall haben die Leute geschimpft und ihre Meinung gesagt. Der kleine „Hinz“ und „Kunz“ hatte in der DDR genauso wenig vor „Zersetzung“ Angst haben müssen. Da ging es um bestimmte Gruppen, die sich gegen den Staat richteten. Sie wurden aus dem Westen, insbesondere von der Partei DIE GRÜNEN unterstützt. So hatten diese Gruppen Erfolg und das MfS konnte gegen die zahlenmäßig kleinen Gruppen letztendlich wenig bis nichts ausrichten.
      Noch was zur Begrifflichkeit: Politisch korrekt muss es „MfS“ heißen. „Stasi“ ist ein antikommunistischer Hetzbegriff.

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  4. Pingback: Die Wahrheit über die DDR-Knäste | Was war die DDR ?

  5. Naja ich finde es schon sinnvoll, dass ganze aufzuarbeiten. Lese gerade Bräunig und stelle beim Lesen fest, dass es gut gewesen wäre , wenn man das Buch zugelassen hätte. Zumindest schafft er es mir die Anfänge, Sinn etc. nahezubringen. Ich halte diese Feindbildgeschichten für überholt. und dieses Schwarz-Weiß Denken finde ich gelinde gesagt schwierig….

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    • „Aufarbeitung“,“aufarbeiten“ sind unglückliche Begriffe und Lössen Missverständnisse aus. Diese Ausdrücke sind negativ besetzt, denn sie werden von den „Mainstream“-Medien bei den fortwährenden antikommunistischen Kampagnen benutzt. Passender ist der Begriff: „kritische Aneignung der Geschichte“

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