Auf der Schloßbrücke

Verlorenes Land:

Ossiblock

Karl wurde am 7. Oktober 1949 geboren. Nach der Acht-Klassen-Schule machte er eine Lehre zum Kfz-Schlosser. 1965 war er dann Facharbeiter und durfte an Trabis und Wartburgs rumschrauben. Manchmal auch an ausländischen Fabrikaten.

Sein Vater war erst 1947 aus Rußland zurückgekommen. Mit einem Arm und einer durchschossenen Lunge. Er starb 1955. So wuchs Karl mit seinem Bruder und seiner Mutter auf. Sie waren Schlüsselkinder. Die Mutter arbeitete als Sekretärin in einem Kombinat. Abends sah man sich beim Abendbrot.

1970 lernte Karl ein Mädchen aus Berlin kennen. Zwei Jahre später wohnte er mit ihr in einem alten Mietshaus in Mitte. Chausseestr. Kurz vor der Mauer. Karl baute in der Wohnung und nach fünf Jahren waren sie beide zufrieden. Kinder bekamen sie nicht. Seine Frau war 1991 gestorben.

Seitdem versuchte er, den Kopf oben zu behalten. Die Neunziger waren nicht einfach. Er tingelte von einer Werkstatt zur anderen. Dazwischen immer wieder Arbeitslosigkeit.

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