Operation „Einflug“

Die Auswertung dieses Dokuments und das Dokument selbst erinnern an einen Agentenfilm. Der Unterschied zum Film ist, dass es sich in der wahren Geschichte um Alltagsmenschen handelt.

Diesen Aufwand hätte man sich sparen können. Der hier vorgestellte Mensch war im „begründeten Einzelfall“ wieder aufgenommen worden. Wie wäre es gewesen, wenn es keine „begründeten Einzelfälle“, sondern es die Regel gewesen wäre Rückkehrwillige und Einwanderungswillige als Neu- oder Wieder-Bürgerinnen und –Bürger in der DDR aufzunehmen? Nach der notwendigen Sicherheitsüberprüfung versteht sich. Das hätte auch propagandistisch ausgeschlachtet werden können.

Die Politik hätte reagieren müssen, als immer mehr Bürgerinnen und Bürger der DDR Grund zur Unzufriedenheit hatten. Dies ist nicht geschehen. Man hatte es ausgesessen bis zum Sieg der Konterrevolution.

Das hätte mehr zur Zurückdrängung von Übersiedlungsersuchen in die BRD von Seiten der Bürgerinnen und Bürger der DDR beigetragen, als solche wahren Agentengeschichten.

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Auswertung Dokument „Einflug“ vom 14.05.1986

 

Hier geht es um einen Rückkehrer in die DDR. Dieser saß, wie so Viele, im Aufnahmeheim Röntgental.

Zunächst wird berichtet, dass dieser Mensch eine Vielzahl von Aktivitäten unternahm, um wieder in die DDR zurückkehren zu können. Um die Ernsthaftigkeit dieser Absichten zu überprüfen, hatte das MfS zwei IMs auf ihn angesetzt.

Das MfS stellte fest, dass dieser Mensch keine Forderungen stellen wird und bereit wäre dahingehend mitzuwirken, dass die Übersiedlungsersuchen von Bürgerinnen und Bürgern der DDR in die BRD zurückzudrängen.

Es folgte der Vorschlag zur Wiederaufnahme dieses Menschen in die DDR „im begründeten Einzelfall“. Neben entsprechenden Stellen des MfS war der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung in diesen Entscheidungsprozess eingebunden.

Es wurde ein Operativplan erarbeitet und ein IM ein- bzw. angesetzt.

Ein Informationsplan wurde erstellt und dann dem Aufnahmeheim Röntgental überstellt.

Nun wird wieder der „begründete Einzelfall“ erwähnt und nun geht es um die Wiedereingliederungsmaßnahmen am Arbeitsplatz. In diesem Fall ist es zu erklären, dass MfS-Angehörige hier die Arbeitsvermittler waren.

Nun die Bereitschaft dieses Menschen auch in den Medien dafür zu werben, dass die Bürgerinnen und Bürger der DDR davon Abstand nehmen sollen Ausreiseanträge in dien BRD zu stellen.

Es folgen Ausführungen zu:

  • Entlassung aus dem Aufnahmeheim Röntgental

 

  • Antrag auf Wiederaufnahme in die DDR-Staatsbürgerschaft

 

  • Unterkunft bei der Verlobten

 

  • Auto, das mitgebracht wird

 

  • DM-Betrag, der mitgebracht wird

 

  • Anmeldung bei Einwohnermeldeamt(Polizei) und dass er den Personalausweis erhält

 

Rückkehrfeier in der Wohnung von (Name geschwärzt), wozu dieser Mensch einen auf ihn angesetzten IM einlud.

Aus den Infos des IM ging hervor, dass es zu damaligen Zeitpunkt keine Probleme bei der Integration gab, die den Wiedereingliederungsprozess negativ beeinflussten. Einzelne Punkte aus dieser Info:

  • Dieser Mensch schätzte den Aufenthalt in Röntgental als gut ein.

 

  • Engere Kontakte zu den Mitinsassinnen und Mitinsassen wurden nicht geknüpft

 

  • Dieser Mensch war der Überzeugung, dass die Rückkehr in die DDR die richtige Entscheidung war und er wollte seine persönliche Entwicklung darauf ausrichten.

 

  • Im Aufnahmeheim wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass er den Umgang mit dem IM meiden sollte, was für ihn nicht in Betracht kam.

 

  • Dieser Mensch hatte betreffs seiner Wiedereingliederung am Arbeitsplatz eine positive Erwartungshaltung.

 

  • Nun geht es um das DM-Konto bei der Staatsbank der DDR. Er würde noch Geldbezüge aus der BRD erwarten. (Name geschwärzt) soll von seinem Geld in DM nichts wissen. Dieser Mensch hatte vor 150,-DM beim IM schwarz zu tauschen. Normalerweise wurde Schwarztausch in der DDR streng verfolgt und hatte Konsequenzen. Hier anscheinend nicht.

 

Am 06.05.1986 wurde dieser Mensch in dem Kombinat eingestellt, wo er dann arbeitete. Er fing direkt am 07.05.1986 an. Die Einstellung erfolgte über einen IM, genauer einem FIM(IM die andere IM führten. Näheres dazu in „Die Sicherheit“ Band 1 Seite 348/349), siehe

 

  Logo Insider

www.mfs-insider.de

 

 

 

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Buch „Die Sicherheit“

 

 

Auszug aus dem Buch DIE SICHERHEIT FIM

 

Im persönlichen Gespräch mit dem FIM erklärte dieser Mensch :

  • Seine Dankbarkeit wieder in die DDR zurückkehren zu dürfen und dass er sich für den Rückdrängungsprozess der Ausreiseanträge in BRD seitens derer, die in diesem Kombinat arbeiten einsetzt.

 

  • Er stellte weiterhin keine Forderungen

 

  • Er informierte detailliert über seine Wohnungstauschabsichten

 

Durch den Einsatz des FIM wurde das Arbeitskollektiv(Arbeitskollegen, Team, Arbeitsgruppe) auf die Wiedereingliederung vorbereitet. Es gab dabei keine Probleme.

Der FIM war von der Hauptabteilung Kader dieses Kombinats, also von der Personalabteilung. Da dieser diesen hier vorgestellten Menschen einstellte, war er der Personalchef. In der DDR nannte man diese Funktion Kaderleiter. Folglich bestand da ein offizieller Kontakt.

Bei den Wechselbeziehungen Kollegenkreis und Personalchef ergab sich eine inoffizielle Zusammenarbeit mit dem MfS.

Am 08.05.1986 nahm dieser Mensch zum Kontakt zu dem IM auf, um, wie vorgesehen, das Geld zu tauschen. Ahhh, hier hatte dieser Geldtausch einen Zweck. Dieser IM gab die Info weiter, dass der Wiedereingliederungsprozess am Arbeitsplatz problemlos verlief.

Der IM gab als weitere Info weiter, dass dieser Mensch an einer festen Verbindung mit ihm interessiert war.

Als Ergebnis dieses ganzen Procedere, das irgendwie an einen Agentenfilm erinnert, wurde eingeschätzt, dass die Operation „Einflug“ wohl gelungen war, denn der Wiedereingliederungsprozess verlief ohne Probleme.

Die Operation „Einflug“ wurde weitergeführt, je nach Notwendigkeit und Aktualisierung.

Diese Geschichte hat eine Fortsetzung. Um zum 2. Teil zu gelangen, bitte auf das Bild klicken.

%22Einflug%22 Teil 2

 

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Zur Geschichte des BND

Eine Lachnummer: Das Nachwuchs-Personal des BND soll vom MfS lernen. Die Sieger wollen vom Besiegten lernen? Nun ja, das MfS hat es geschafft, dass es dort keine öffentlichen Affären gab, während es beim BND oft Affären gab. Das MfS wurde auf antifaschistischer Grundlage aufgebaut, während das beim BND ganz anders ist.

Nun ja, mit der Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“ ist mal ein Anfang gemacht worden. Doch was soll noch geforscht werden? Die unrühmliche Geschichte des BND ist bekannt. Aufarbeitung ist nötig.

Zur Geschichte des BND

Zahlen und Fakten Wikipedia, zusammengetragen und bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Die Organisation Gehlen war der Vorläufer des BND. Die Organisation Gehlen ging aus der Abteilung Fremde Heere Ost der faschistischen Wehrmacht hervor.
Die Abteilung Fremde Heere Ost wurde von 1942 bis April 1945 von Reinhard Gehlen geleitet, der zuletzt den Rang eines Generalmajors bekleidete.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Reinhard Gehlen für die Amis nützlich. So übernahm er den Auftrag der Besatzungsbehörden in der Besatzungszone der USA einen Geheimdienst nach Vorbild der USA mit deutschem Personal – die spätere Organisation Gehlen – aufzubauen.

Die Organisation Gehlen bestand bestand aus ehemaligen Angehörigen der 12. Abteilung des Generalstabs des Heeres, der Abteilung Fremde Heere Ost, also einer Institution der faschistischen Wehrmacht. Die Mitarbeiter der Organisation Gehlen hatten faschistischen Hintergrund. Doch den Amis war das nicht wichtig, denn es wurde das Fachwissen dieser Leute gebraucht, um im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder vorzugehen. Auch die sowjetische Besatzungszone und das Innere Westdeutschlands standen im Visier des BND, um eine mögliche „kommunistische Gefahr“(was immer das sein mag) abzuwehren.

Der Sitz nach der Gründung war zunächst Camp King in Oberursel im Taunus, seit dem 6. Dezember 1947 die ehemalige Reichssiedlung Rudolf Heß in Pullach bei München, die bis heute Hauptstandort des BND ist. Dieses Datum verschaffte dem BND-Hauptquartier den Spitznamen „Camp Nikolaus“. Ende der 1940er Jahre umfasste die Organisation Gehlen rund 4000 Mitarbeiter.

 

Haupteingang Zentrale in Pullach

Haupteingang der Zentrale in Pullach

Bildquelle:
Von Bjs – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die US Amerikaner betrieben den neuen Geheimdienst zunächst als Dienststelle der US-Armee, später, am 1. Juli 1949, übernahm ihn die im Jahre 1947 gegründete CIA. Die CIA-Führungsperson in Pullach ab November 1948 bis 1956 war der unter dem Tarnnamen ‚Kent J. Marshall‘ agierende James H. Critchfield. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Organisation Gehlen mit jährlich 1,5 Millionen US-Dollar durch die USA finanziert.
Die erste für die Amerikaner wichtige Operation der Organisation war die Funkaufklärung der sowjetischen Luftwaffe während der Berliner Luftbrücke.(Die Propaganda erzählt uns immer von der mildtätigen Hilfe für die Westberliner im Zusammenhang mit der Luftbrücke. Das war nur ein propagandischer Nebeneffekt. Die Amis tun nichts uneigennützig. Militärische Gründe waren vorrangig. Doch das ist wieder ein anderes Thema.) Die Einschleusung von Spionen und Saboteuren in Osteuropa und der Sowjetunion blieb dagegen weitgehend erfolglos.

Bereits 1951 begann die Diskussion über die Einrichtung eines oder mehrerer Nachrichtendienste auf Bundesebene. Laut einem Bericht der CIA wurde der Name „Bundesnachrichtendienst“ erstmals im August und September 1952 bei Gesprächen im Bundeskanzleramt verwendet. Ein Ergebnis der Verhandlungen war, dass die Organisation ab dem 1. April 1953 ganz aus Bundesmitteln finanziert werden sollte.

CIA-Bericht von 1952 über die Gründungsgespräche des BND

CIA-Bericht von 1952 über die Gründungsgespräche des BND

 

Bildquelle:
Von CIA – http://www.foia.cia.gov/docs/DOC_0000689596/0000689596_0002.gif, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 1. April 1956 wurde die Organisation Gehlen, gleichzeitig mit der Gründung der Bundeswehr, mit ihrem Leiter in den Dienst der BRD übernommen und erhielt den Namen „Bundesnachrichtendienst“.

Der BND ist dem Bundeskanzleramt unterstellt.

Übersicht BND

Übersicht BND

Tabelle entnommen aus Wikipedia

 

Dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR gelang es, mit Alfred Spuhler und Gabriele Gast langjährige und ergiebige Innenquellen im BND zu etablieren, die erst nach der Konterrevolution enttarnt wurden. Bereits in den ersten Jahren des Bestehens der „Organisation Gehlen“ hatte der sowjetische KGB mit Heinz Felfe einen Kundschafter im späteren BND platzieren können, der 1961 aufflog.

Eine gesetzliche Grundlage für den BND existierte lange Zeit nicht. Erst 1990 wurde – ausgelöst durch das Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1983 mit dem darin postulierten Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung – ein Gesetz für den Bundesnachrichtendienst verabschiedet. Reichlich spät.

 

Gummi§ 99 StGB der BRD

Erinnerung an den Gewerkschafter Hermann Gaßmann, der wegen § 99 StGB der BRD in den 1980er Jahren im Knast saß:

 

In den 1980er Jahren wurde der Gewerkschafter Hermann Gaßmann nach §99 des StGB der BRD zu zweieinhalb Jahren Knast verurteilt. https://dejure.org/gesetze/StGB/99.html
Das ist ein Gummi §. So konnte schon die „falsche“ Urlaubsbekanntschaft, bzw. Privatbesuche in der DDR bei Rückkehr in die BRD Knast bedeuten.
Ich erinnere mich an die Solidaritätskampagne für Hermann Gaßmann. Ich stand damals mit ihm im Briefkontakt.
Dieses Dokument ist eine Solidaritätsbroschüre für Hermann Gaßmann.

 

arpo-1983-Maerz-Sonderdruck

 

Dieser Link führt zu einem Artikel einer bürgerlichen Zeitung jener Zeit.

 

 

Abschlussbericht eines Fremden Insassen in Röntgental vom 20.05.1986

Abschlussbericht 20.05.1986 eines Insassen von RöntgentalAbschlussbericht 1986 Seite 2Abschlussbericht 1986 Seite 3Abschlussbericht 1986 Seite 4Abschlussbericht 1986 Seite 5Abschlussbericht 1986 Seite 6

Auswertung:

 

Dieser Abschlussbericht unterscheidet sich schon äußerlich von dem der Seitenbetreiberin und Zeitzeugin(Petra Reichel). Dieses Dokument sieht sauber aus, während das Dokument der Seitenbetreiberin als lieblos verfasst und voller sachlicher Fehler daherkommt.

Auch dieser Mensch war seinerzeit arbeitslos. Sogar, dass er keiner seiner Qualifikation entsprechende Arbeit fand, wurde anerkannt. Es wurde nicht verlangt sich als Hilfsarbeiter zu verdingen. Normalerweise galten Arbeitslose als Asozial.

Er wollte eine DDR-Bürgerin heiraten. Die Seitenbetreiberin hatte Jahre später auch einen DDR-Bürger geheiratet. Sie wurde trotzdem nicht aufgenommen, wegen den miesen alten Papieren, die viele Jahre zuvor ausgestellt wurden. Der spätere Ehemann musste die Ausreise in die BRD beantragen. (Und dann redeten sie ständig von Zurückdrängung von Übersiedelungsersuchen von Bürgerinnen und Bürgern der DDR in die BRD.)

Dieser Mensch hier hat seinen Übersiedelungsantrag in Berlin-Pankow gestellt. Der Seitenbetreiberin ist auch diese Behörde empfohlen worden. Sie fand diese aber nicht vor Ort und hatte Angst, dass es es sich um eine Stelle des MfS handelt und dass sie bei der Rückkehr in die BRD Knast erwartet. So zog sie unverrichteter Dinge von dannen.

Ahh, bei diesem Menschen hier geht es um einen begründeten Einzelfall.

Was war da los? Er war bis zum 15.05.1985 in der DDR wohnhaft. am Ende im Knast. Was wollte er? Er hatte sogar einen guten Job. (Gruppenleiter) Aber trotzdem nicht zufrieden und ließ sich durch Eltern und Bruder beeinflussen. Viel Wind hatte er auch gemacht, um seinen Ausreiseantrag in die BRD durchzusetzen.

Aus dem Knast wurde er durch die BRD freigekauft.

Dann wird die Aufnahmestelle in der BRD in Gießen beschrieben. Dort wurde er von einer Mitarbeiterin des BND befragt.

Dann zog er zu seinem Bruder, der bereits in der BRD wohnte und dann zu jemand Anderem.

Er erhielt nach seinen Angaben Vorladungen zur Hauptstelle für Befragungswesen in Düsseldorf und zum Polizeipräsidium, Abt. Kriminalpolizei(Vorladung erfolgte im Auftrag der Erfassungsstelle Salzgitter, das war eine böse Behörde in der BRD, die DDR-Bürger/innen kriminalisierte, die z.B. für Behörden tätig waren)
Während andere Übersiedelungsersuchende für den folgenden Punkt als Asozial angesehen wurden, wird hier anerkannt, dass er keine Arbeit fand und auch sein Bruder ihn nicht unterstützte(Hätte der Bruder das können?)

Dann werden irgendwelche Bekannte erwähnt. So auch Leute, welche die DDR , auch illegal, verließen.

Dann ist Adressenmaterial u.ä. erwähnt, das er mitbrachte und ausgewertet wurde. Eine Bekannte wird erwähnt, die ihn dahingehend beeinflusste in die DDR zurückzukehren. Diese Bekannte will er heiraten. (siehe oben)

Dann geht es, um es kurz zu sagen um die Auswertung seiner Stationen in der BRD und seiner beruflichen Pläne nach Aufnahme in der DDR.

Dann die Bereitschaft zum Einsatz, um Übersiedelungsersuchen von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern in die BRD zurückzudrängen. Wie in der anderen Auswertung hier die Kritik der Seitenbetreiberin(Petra Reichel), dass sich das Problem von selbst erledigt hätte, wenn man mehr aufnahmeersuchende Bürgerinnen und Bürger der BRD aufgenommen hätte.(Mehr „frisches Blut“.)

Aber die Machthaber des Heims konnten es nicht lassen. Obwohl doch dieser Mensch heiraten wollte, haben sie ihm in den Abschlussbericht geschrieben, dass er gerne mit anderen Frauen flirtete.

Dann wird eine Bekanntschaft aus dem Heim erwähnt, die er weiter aufrecht erhalten möchte.

Aber einen Verstoß gegen die Heimordnung konnten sie ihm nicht „reinwürgen“.

Dann nochmals Berichte über Personen und Institutionen in der BRD.

Ahhh, da haben wir´s. Er diente als Billigspitzel innerhalb des Heims. Na ja, solche, die sich andienen, werden überall gebraucht. Da war es ein Leichtes, dass er seine Chance bekam.

Folglich wurden keine Fakten, die einer Aufnahme in der DDR entgegenstehen, erarbeitet. Wenn sie gewollt hätten, wären diese Fakten, die gegen eine Aufnahme in der DDR entgegenstehen schnell „aus dem Hut gezaubert“ worden. Aber er hat sich seine Aufnahme in der DDR durch seine Tätigkeit als Billigspitzel „verdient“.

Auswertung Protokoll: Gespräch mit ehemaligem DDR-Bürger am 25.04.1986

25.04.1986 Bericht über geführtes Gespräch mit ehemaligem DDR-BürgerSeite 2 25.04.1986 Bericht über geführtes Gespräch mit ehemaligem DDR-Bürger

In diesem Dokument geht es um einen ehemaligen DDR-Bürger, der das Glück hatte zurückkehren zu dürfen.

Hier geht es um die Arbeitsaufnahme, aber warum mischt sich da das MfS ein? Das ist doch eine Alltäglichkeit. Äh, doch nicht. Es geht um die Zurückdrängen von Übersiedelungsersuchen von DDR-Bürgerinnen und DDR-Bürgern in die BRD. Das Problem wäre von selbst erledigt gewesen, wenn man mehr Bürgerinnen und Bürger der BRD in die DDR aufgenommen und eingebürgert hätte. Es waren ja genug da. Aber nein, man blieb lieber unter sich und verzichtete auf „frisches Blut“. Hätte die Mehrheit der BRD-Bürgerinnen und -Bürger, die einen Übersiedelungsantrag gestellt haben, die Chance gehabt in der DDR leben und arbeiten zu dürfen, hätte es 1989 anders ausgesehen.

Dieser Betroffene beklagt sich auch darüber, dass ihm der Aufenthalt im Heim zu lange dauert. Er hat dort eine Freundin und kann dort unterkommen. Seine Tochter ist auch bereit ihn aufzunehmen. Nun ja, in der DDR herrschte Wohnungsmangel. Da war es eine große Leistung trotzdem keine Obdachlosen zu haben.

Dann geht es um den späteren Arbeitsplatz, der aber nicht mehr der alte Arbeitsplatz sein wird. Über was für Entwicklungsmöglichkeiten kann keine Zusage gemacht werden? Was für Ansprüche stellt denn der Kerl? Soll froh sein, dass er überhaupt in der DDR arbeiten und leben darf.

 

Anmerkungen zum Beitrag der bpb

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat wenig mit politischer Bildung zu tun. Dies ist eine staatliche Propagandainstitution und da antikommunistische Propaganda Staatsdoktrin ist, betreibt die bbp(Abkürzung für diese Institution) folglich antikommunistische Propaganda.

Die falsche Konzeption der Aufnahmeheime der DDR, zuletzt des Aufnahmeheims Röntgental, liefert dieser antikommunistischen Institution „Futter“. Aber dieses „Futter“ reicht dieser antikommunistischen Institution nicht. So wird noch einiges verdreht und hinzugedichtet.

 

Nun Anmerkungen zu einigen Punkten:

Als Seitenbetreiberin und Zeitzeugin(Petra Reichel) kann ich kann dazu sagen, dass es die „kleinen“ Beamten waren, die den Betroffenen, trotz aller Widrigkeiten Mut machten. Kriminalbeamte versuchten auch Entlastendes zu ermitteln und nahmen es in die Protokolle auf. Diese akribische Kleinarbeit wurde von den Vorgesetzten zunichte gemacht. Entlastendes wurde bei der Entscheidungsfindung und im Abschlussbericht ignoriert und nur Belastendes zur Entscheidungsfindung und für den Abschlussbericht herangezogen. Dabei wurde dem Belastenden viel Gewicht beigemessen. Kurzerhand wurden sachliche Fehler in den Abschlussbericht eingebaut, um die Geringschätzung der Betroffenen hervorzuheben.

Zu den Fahrern, bzw. Begleitbeamten kann die Seitenbetreiberin und Zeitzeugin(Petra Reichel) nur sagen, dass diese den abgelehnten Betroffenen Mut machten und Mitleid mit diesen hatten.

Da ist zu vermuten, dass auch die „kleinen“ Beamten Opfer der Allmacht des Heimes, bzw. derer die das Sagen hatten, wurden. So ist es durchaus möglich, dass nicht nur die Arbeit der „kleinen“ Beamten zunichte gemacht wurde, sondern auch ihre Existenz gefährdet war. (z.B. durch Falschbeschuldigung seitens ihrer Vorgesetzten)

Der Seitenbetreiberin (Petra Reichel) ist es nicht möglich den Vermutungen nachzugehen. Ihr bleibt nur die Hoffnung, dass es irgendwann doch ehrliche Historikerinnen und Historiker gibt, die diesbezüglich Forschungen betreiben

Die „kleinen“ Beamten, die auch Opfer der Praktiken der Mächtigen des Heims, wurden, werden nun nochmals Opfer, indem sie von einer antikommunistischen Institution vorgeführt und möglicherweise abermals falsch beschuldigt werden.

Nun fragt sich wer der DDR treu ergeben war. Wohl eher die „kleinen“ Beamten, deren Arbeit zunichte gemacht wurde. In die Standardbeschuldigung „…verkehrt in negativen Kreisen“ kann alles Mögliche interpretiert werden. Dieser Vorwurf wurde im geschilderten Fall einem Fahrer gemacht. Im hier geschilderten Fall des Kriminalbeamten, der in finanziellen Schwierigkeiten war, wird ein Verdacht konstruiert, der ihn vermutlich seine Existenz kostete. So konnte das Heim unliebsame „kleine“ Beamte loswerden, die anständig gearbeitet haben und Mitleid mit den abgelehnten Übersiedlungswilligen hatten.

Die bpb macht mit dem Abschnitt zu den mitgebrachten Devisen der Übersiedlungswilligen eine Falschaussage. Das Geld wurde nicht eingezogen, sondern bei der Staatsbank der DDR verwahrt. Die abgelehnten Übersiedlungswilligen erhielten bei der Abschiebung ihr DM-Guthaben zurück.

 

Zum Beitrag der bpb bitte hier klicken.