Zur Geschichte des BND

Eine Lachnummer: Das Nachwuchs-Personal des BND soll vom MfS lernen. Die Sieger wollen vom Besiegten lernen? Nun ja, das MfS hat es geschafft, dass es dort keine öffentlichen Affären gab, während es beim BND oft Affären gab. Das MfS wurde auf antifaschistischer Grundlage aufgebaut, während das beim BND ganz anders ist.

Nun ja, mit der Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“ ist mal ein Anfang gemacht worden. Doch was soll noch geforscht werden? Die unrühmliche Geschichte des BND ist bekannt. Aufarbeitung ist nötig.

Zur Geschichte des BND

Zahlen und Fakten Wikipedia, zusammengetragen und bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Die Organisation Gehlen war der Vorläufer des BND. Die Organisation Gehlen ging aus der Abteilung Fremde Heere Ost der faschistischen Wehrmacht hervor.
Die Abteilung Fremde Heere Ost wurde von 1942 bis April 1945 von Reinhard Gehlen geleitet, der zuletzt den Rang eines Generalmajors bekleidete.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Reinhard Gehlen für die Amis nützlich. So übernahm er den Auftrag der Besatzungsbehörden in der Besatzungszone der USA einen Geheimdienst nach Vorbild der USA mit deutschem Personal – die spätere Organisation Gehlen – aufzubauen.

Die Organisation Gehlen bestand bestand aus ehemaligen Angehörigen der 12. Abteilung des Generalstabs des Heeres, der Abteilung Fremde Heere Ost, also einer Institution der faschistischen Wehrmacht. Die Mitarbeiter der Organisation Gehlen hatten faschistischen Hintergrund. Doch den Amis war das nicht wichtig, denn es wurde das Fachwissen dieser Leute gebraucht, um im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder vorzugehen. Auch die sowjetische Besatzungszone und das Innere Westdeutschlands standen im Visier des BND, um eine mögliche „kommunistische Gefahr“(was immer das sein mag) abzuwehren.

Der Sitz nach der Gründung war zunächst Camp King in Oberursel im Taunus, seit dem 6. Dezember 1947 die ehemalige Reichssiedlung Rudolf Heß in Pullach bei München, die bis heute Hauptstandort des BND ist. Dieses Datum verschaffte dem BND-Hauptquartier den Spitznamen „Camp Nikolaus“. Ende der 1940er Jahre umfasste die Organisation Gehlen rund 4000 Mitarbeiter.

 

Haupteingang Zentrale in Pullach

Haupteingang der Zentrale in Pullach

Bildquelle:
Von Bjs – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die US Amerikaner betrieben den neuen Geheimdienst zunächst als Dienststelle der US-Armee, später, am 1. Juli 1949, übernahm ihn die im Jahre 1947 gegründete CIA. Die CIA-Führungsperson in Pullach ab November 1948 bis 1956 war der unter dem Tarnnamen ‚Kent J. Marshall‘ agierende James H. Critchfield. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Organisation Gehlen mit jährlich 1,5 Millionen US-Dollar durch die USA finanziert.
Die erste für die Amerikaner wichtige Operation der Organisation war die Funkaufklärung der sowjetischen Luftwaffe während der Berliner Luftbrücke.(Die Propaganda erzählt uns immer von der mildtätigen Hilfe für die Westberliner im Zusammenhang mit der Luftbrücke. Das war nur ein propagandischer Nebeneffekt. Die Amis tun nichts uneigennützig. Militärische Gründe waren vorrangig. Doch das ist wieder ein anderes Thema.) Die Einschleusung von Spionen und Saboteuren in Osteuropa und der Sowjetunion blieb dagegen weitgehend erfolglos.

Bereits 1951 begann die Diskussion über die Einrichtung eines oder mehrerer Nachrichtendienste auf Bundesebene. Laut einem Bericht der CIA wurde der Name „Bundesnachrichtendienst“ erstmals im August und September 1952 bei Gesprächen im Bundeskanzleramt verwendet. Ein Ergebnis der Verhandlungen war, dass die Organisation ab dem 1. April 1953 ganz aus Bundesmitteln finanziert werden sollte.

CIA-Bericht von 1952 über die Gründungsgespräche des BND

CIA-Bericht von 1952 über die Gründungsgespräche des BND

 

Bildquelle:
Von CIA – http://www.foia.cia.gov/docs/DOC_0000689596/0000689596_0002.gif, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 1. April 1956 wurde die Organisation Gehlen, gleichzeitig mit der Gründung der Bundeswehr, mit ihrem Leiter in den Dienst der BRD übernommen und erhielt den Namen „Bundesnachrichtendienst“.

Der BND ist dem Bundeskanzleramt unterstellt.

Übersicht BND

Übersicht BND

Tabelle entnommen aus Wikipedia

 

Dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR gelang es, mit Alfred Spuhler und Gabriele Gast langjährige und ergiebige Innenquellen im BND zu etablieren, die erst nach der Konterrevolution enttarnt wurden. Bereits in den ersten Jahren des Bestehens der „Organisation Gehlen“ hatte der sowjetische KGB mit Heinz Felfe einen Kundschafter im späteren BND platzieren können, der 1961 aufflog.

Eine gesetzliche Grundlage für den BND existierte lange Zeit nicht. Erst 1990 wurde – ausgelöst durch das Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1983 mit dem darin postulierten Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung – ein Gesetz für den Bundesnachrichtendienst verabschiedet. Reichlich spät.

 

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3 Gedanken zu “Zur Geschichte des BND

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