Der Fall Preisgabe von Spionageangaben bei den Amis

 

Eine Frau verließ, gemeinsam mit noch jemanden, am 21.07.1958 illegal die DDR. Grund dafür war eine Auseinandersetzung mit einem Bekannten, der Angehöriger der Deutschen Grenzpolizei war. Der Streitgegenstand ist in der Akte geschwärzt.

Vom Zoll in Tann wurde sie gemeinsam mit ihrer Begleitung an die amerikanische Dienststelle in Fulda, Marienstr. 23 übergeben. Dort machte sie Angaben über die Besetzung der Kdos. (Örtlichkeiten in der Akte geschwärzt) und (noch irgendwas, in der Akte geschwärzt) was die Deutsche Grenzpolizei betrifft. Auch über die ihr bekannten Streifenwege der Deutschen Grenzpolizei konnte sie konkrete Angaben bei den Amis machen. Zwei ihrer Bekanntschaften waren auf zwei Kommandos tätig, die sie dort besuchte. Dadurch brachte sie die Spionageangaben, die sie in Fulda bei den Amis gemacht hatte, in Erfahrung.

Nach der Vernehmung bei den Amis in Fulda war sie im Lager Gießen und arbeitete als Amüsierdame in Kassel.

Am 01.09.1958 kehrte sie über das Aufnahmeheim Eisennach in die DDR zurück. Eine Anwerbung konnte nicht nachgewiesen werden.

Diese Frau wurde am 22.01.1959 durch die Abt. II der BV Suhl (des MfS)festgenommen.

 

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Der Fall Verteiler von Hetzschriften

 

Es handelt sich um einen viermal kriminell vorbestraften Menschen. Außerdem galt er als asozial. Er war bereits viermal republikflüchtig.

Am 31.01.1959 setzte er sich das letzte Mal ab. Erst 10 Tage zuvor war er in die DDR übergesiedelt.

Nun wurde er erneut im Flüchtlingslager Berlin-Marienfelde aufgenommen. Aufgrund dessen suchte er von sich aus die (Name der Institution in der Akte geschwärzt)in der Nähe des Potsdamer Platzes auf und ließ sich dort zweimal die Hetzschriften „Tarantel“ und „Kleiner Telegraf“ geben. Diese Hetzschriften schleuste er in den demokratischen Sektor(damals nannte die DDR Berlin Hauptstadt der DDR, bzw. Berlin DDR so)ein und verbreitete sie in(Ortsname, Örtlichkeit in der Akte geschwärzt).

Instruktionen und einen Auftrag erhielt er nicht. Dieser Mensch wurde durch die Volkspolizei auf frischer Tat an der Sektorengrenze beim Baumschulenweg festgenommen.

 

Der Fall Zersetzung am Biertisch

 

Dieser Mensch flüchtete bereits als Zwölfjähriger im Jahre 1952. Er wurde aber von seiner Mutter wieder in die DDR zurückgeholt.

Im Jahre 1957 wurde er wegen Diebstahl zu einer Jugendfreiheitsstrafe verurteilt.

Am 16.08.1957 verließ er gemeinsam mit seinen Kumpels illegal die DDR.

Im Flüchtlingslager Gießen wurde dieser Mensch von einem Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes „Connet“ vernommen und nach Standorten sowjetischer Truppeneinheiten, Radarstationen, Flugplätzen, Kdos. und Einheiten der Deutschen Grenzpolizei befragt. Er machte dabei Spionageangaben über die Kdos. (Der nächste Satz ist in der Akte geschwärzt)

Dieser Mensch hatte vom amerikanischen Geheimdienst den Auftrag, bei der Deutschen Reichsbahn zur arbeiten, die Sender des westdeutschen Rundfunks(die Sender der BRD, nicht nur den WDR) zu hören und mit diesen Sendungen innerhalb der Angestellten der Reichsbahn Zersetzungstätigkeit durchzuführen. Dabei sollte er Trinkgelage veranstalten und die Zersetzung am Biertisch durchführen. Außerdem sollten durch die Zersetzungstätigkeit Jungeisenbahner aus der DDR zur Republikflucht verleitet werden.

Zur finanziellen Unterstützung wurden diesem Menschen vom amerikanischen Geheimdienst die Rückerstattung der bei den Trinkgelagen entstandenen Ausgaben und ein monatliches Gehalt von 50,- DM versprochen.

Zu den Treffs sollte er mit dem PM 12a nach Westdeutschland(damals wurde in der DDR die BRD noch als Westdeutschland bezeichnet) fahren. Nach seiner Rückkehr aus Westdeutschland(BRD) konnte er nicht unmittelbar mit der Auftragserfüllung beginnen, da er die 1957 ausgesprochene Jugendstrafe verbüßen musste und anschließend im Aufnahmeheim Eisenach war.

Danach arbeitete er als(Berufsbezeichnung in der Akte geschwärzt) im Kaliwerk(Örtlichkeit in der Akte geschwärzt)und später beim Bahnbetriebswerk(Örtlichkeit in der Akte geschwärzt).

Mit einem ehemaligen Mitarbeiter des MfS führte er mehrere Trinkgelage durch und beide vereinbarten, dass sie illegal die DDR verlassen. Am 25.01.1959 verließen die beiden illegal die DDR. Der ehemalige MfS-Mitarbeiter hat sich unbekannt in Westdeutschland(BRD) aufgehalten, während dieser Mensch am 26.01.1959, also am nächsten Tag, wieder illegal in die DDR zurückkehrte. Nach dem illegalen Überschreiten der Staatsgrenze von West nach Ost wurde dieser Mensch am 26.01. 1959 durch die Deutsche Grenzpolizei festgenommen.

 

Der Fall Zersetzung und Hetze im Auftrag der Amis

 

Dieser Mensch verließ gemeinsam mit einer Frau illegal die DDR. Als Grund seiner Flucht gab er an, dass er mit der Volkspolizei eine Schlägerei hatte. Er entzog sich seiner Verantwortung und begründete das mit Angst vor Strafe.

Er arbeitete bei einer Pumpenbaufirma. Dort unterhielt er ein intimes Verhältnis mit XY(Name der Frau in der Akte geschwärzt).

Nach seiner Flucht wurde er in Westdeutschland(damals bezeichnete man in der DDR die BRD noch als Westdeutschland) vom(Behörde in der Akte geschwärzt)festgenommen und zur Dienststelle nach Tann gebracht. Von dort wurde er sofort der amerikanischen Geheimdienststelle in Fulda, Marienstr. 23 übergeben. Dort machte er umfangreiche Spionageangaben über die während seiner Zugehörigkeit zur NVA in(Ort in der Akte geschwärzt) bekannt gewordenen Tatsachen. Am 24.07.1958 wurde er von derselben Dienststelle angeworben. Anschließend war er im Lager Gießen und danach bis zu seiner Rückkehr in die DDR in Hanau.

Am 18.12.1958 kehrte er illegal in die DDR zurück. Er erhielt von den Mitarbeitern des amerikanischen Geheimdienstes den Auftrag, bei seiner Arbeitsstelle in der DDR Hetze und Zersetzungstätigkeit durchzuführen. Zur Aufrechterhaltung der Verbindung wurde ihm vom amerikanischen Geheimdienst mitgeteilt, dass er, nachdem er in die DDR zurückkehrte, nach einer Zeit wieder angesprochen wird. Bis zu seiner Festnahme am 22.01.1959 wurde er nicht angesprochen. Dieser Mensch wurde durch die Abteilung II der BV Suhl(des MfS)festgenommen.

Der Fall Spionage in LPG durch Kommunistenverräter

 

Dieser Mensch hatte seit 1950 Verbindung zum Bundesverfassungsschutzamt(Bundesamt für Verfassungsschutz)in Gießen(Hauptsitz ist Köln)unterhalten. Seit 1954 war er hauptamtlicher Mitarbeiter dieser Dienststelle im Außendienst.

Während seiner Tätigkeit für das Bundesverfassungsschutzamt(Bundesamt für Verfassungsschutz)war er mit verschiedenen Delegationen mehrmals in der DDR. Jedesmal hatte er vom Bundesamt für Verfassungsschutz eine neue Aufgabe erhalten.

In der BRD, damals in der DDR noch als Westdeutschland bezeichnet, bestand seine Aufgabe darin Mitglieder der Kommunistischen Partei (KPD) auszuliefern.(KPD-Verbot in der BRD unter Adenauer)

Im Jahre 1954 wurde dieser Mensch vom Bundesverfassungsschutzamt(Bundesamt für Verfassungsschutz)schriftlich zur Mitarbeit verpflichtet. Zur Durchführung seiner Aufgaben erhielt er den Decknamen „Adlerhorst“ und einen monatlichen Betrag von 250,- bis 350,- DM (BDL=Bank deutscher Länder, Vorläuferin der Bundesbank)

Im Frühjahr 1957 erhielt er vom Name, Institution und Örtlichkeit in der Akte geschwärzt), sowie seinem unmittelbaren Auftraggeber, „Berger“, Dienststelle Geißen, den Auftrag, für längere Zeit in die DDR zu fahren und sich Arbeit bei einer größeren LPG(Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft)zu beschaffen. Er sollte die gesamte Struktur einer größeren LPG kennenlernen.

Ende April 1957 fuhr dieser Mensch mit dem Zug bis Probstzella. Dort meldete er sich bei der VP(Volkspolizei) als Übersiedler aus Westdeutschland(BRD). Durch geschickte Redewendung verstand er es, sich in den Kreis (Ortsname in der Akte geschwärzt) und von dort aus vom Rat des Kreises in (Ortsname in der Akte geschwärzt)einweisen zu lassen.

Die Aufgabe dieses Menschen bestand darin, die Arbeit bei der LPG in (Ortsname in der Akte geschwärzt)aufzunehmen. Er fing dort als(Berufsbezeichnung in der Akte geschwärzt)an. Im einzelnen sollte er die gesamte Struktur der LPG, wie die Arbeitseinteilung, die maschinelle Ausrüstung, die Höhe der Abgabeplichten, die Höhe der Ernteerträge sowie die politische Tätigkeit innerhalb der LPG feststellen. Weiterhin sollte er die Stimmung der LPG-Bauern, deren Verdienst, die Wohnverhältnisse und die kulturelle Betreuung ermitteln. Zu seinem Auftrag gehörte weiterhin, dass er das Verhältnis der LPG-Bauern zu den Einzelbauern durch die MTS(Maschinenausleihstation) und die Unterstützung der Einzelbauern durch die MTS festzustellen hatte. Auch das Verhältnis der Abgabepflichten der Einzelbauern zur LPG sollte er ermitteln.

Die Verbindung sollte der Verfassungsschutzagent folgendermaßen aufrecht erhalten:

In Zeitabständen von 3 – 4 Wochen sollte er Westberlin aufsuchen und einen schriftlichen Bericht über die getroffenen Feststellungen dem Verfassungsschutzamt in Westberlin zur Weiterleitung nach Gießen abgeben. Um mit der Dienststelle in Westberlin in Verbindung zu kommen, sollte er das Polizeirevier am Hallischen Tor in Westberlin aufsuchen und sich dort dem Revierleiter unter seinem Decknamen „Adlerhorst“ vorstellen. DA der Revierleiter ein Verbindungsmann des Verfassungsschutzes in Westberlin sei, würde er sofort Bescheid wissen und die Verbindung mit dem Verfassungsschutzamt in Westberlin herstellen.

Die Festnahme dieses Menschen erfolgte am 04.02.1959 wegen des Verdachts der Spionagetätigkeit durch das VPKA(Volkspolizeikreisamt)Abteilung K., also der Kriminalpolizei.

 

Der Fall Ausspähung von volkseigenen Betrieben und Truppen

 

 

Dieser Mensch wurde im März 1954 von einem US-Amerikaner von der CIC-Dienststelle in Schweinfurt in einer Gaststätte angesprochen und zur Agententätigkeit aufgefordert.

Er berichtete über Betriebe der DDR, als er mit einer Delegation zum Pfingstreffen 1954 in der DDR weilte. Als Gegenleistung bekam er Geld ausgezahlt.

1955 siedelte er in die DDR über. Bereits nach einem halben Jahr wurde er wieder republikflüchtig. Er meldete sich 1955 in Berlin-Marienfelde und hatte alle Sichtungsstellen durchlaufen.

Vom CIC (Clay-Allee 80)wurde er angeworben.

Im Juni 1956 meldete er sich als Rückkehrer in Berlin/DDR(damals noch als Berlin im demokratischen Sektor bezeichnet)beim Ministerium für Innere Angelegenheiten, Abteilung Rückkehrer, mit dem Wunsch nach(Ortsname in der Akte geschwärzt) zu kommen. Er wurde nach(Ortsname in der Akte geschwärzt) eingewiesen und bekam dort vom Rat des Kreises Arbeit als (Tätigkeit in der Akte schwärzt). Von dort aus sollte er die Spionagetätigkeit für die Clay-Allee durchführen.

Dieser Mensch erhielt von der CIC-Dienststelle, Clay-Allee 80 in Westberlin den Auftrag, Spionage in(Ort in der Akte geschwärzt)durchzuführen. Er sollte sich für die volkseignen Betriebe interessieren, welche Produktion, den Produktionsausstoß, die Belegschaftsstärke der einzelnen VEB(volkseigenen Betriebe) und über die Stimmung der Bevölkerung. Außerdem sollte er über die Truppen und Truppenstärke, Waffengattung, die Bewaffnung der Einheiten und über Truppentransporte berichten.

Nachdem er die Berichte zusammengestellt hatte, sandte er diese an die Deckadresse: „Karl Witzki, Berlin-Charlottenburg, Neufertstr. 16“.

Für diese Berichte erhielt dieser Mensch Geld als Gegenleistung. Für einen Bericht gab es 80,-, bis 100,- DM. Herr Witzki schickte diesem Menschen das Geld in Briefen mit dem Wortlaut: „Ich schicke Dir das geliehene Geld zurück“.

Dieser Mensch hatte auch den Auftrag in der Neptun-Werft Spionage durchzuführen. Die konkreten Aufträge in der DDR sollte er von (Name und Adresse in der Akte geschwärzt)erhalten. Dorthin sollte er sich zunächst schriftlich wenden. Diese Adresse war dem MfS bekannt. So wurde dieser Mensch am 13.04.1959 durch die KU des(wo, wer, was genau ist in der Akte geschwärzt)festgenommen und wurde später der(wo, wer, was genau ist in der Akte geschwärzt) der Abteilung IX der BV(Bezirksverwaltung)Suhl übergeben.

 

Der Fall Grenze und Schafstall

 

Eine Person meldete sich am 26.05.1959 bei der Abteilung VE im (in der Akte geschwärzt, nicht erkennbar was das ist) und zeigte einen Brief mit verdächtigem Inhalt vor.

Bei einer Befragung durch einen Mitarbeiter der KD(Kreisdienststelle des MfS) Gräfenhainichen erklärte diese Person im Zusammenhang mit seinem abgegebenen Brief, dass er im Oktober 1958 republikflüchtig wurde und im Lager Berlin-Marienfelde vom englischen Geheimdienst angeworben wurde.

Dieser Mensch erhielt den Auftrag, sonders am Bahnhof in Bernburg zu beobachten und Truppentransporte der Sowjetarmee festzustellen. Die Verbindung sollte durch Kuriere aufrechterhalten werden. Als Erkennungszeichen wurde der Person der Deckname „Schwarzer“ genannt und der Kurier sollte sich mit dem Namen „Germane“ zu erkennen geben.

Der Betroffenen hielt sich etwa 5 Tage in Westberlin auf. Während dieser Zeit war er in einer Villa des englischen Geheimdienstes in Berlin-Charlottenburg untergebracht. Nach seiner Rückkehr in die DDR arbeitete er in (Name in der Akte geschwärzt).

Im Dezember 1958 wurde er in Bernburg von einer Person mit „Schwarzer“ angesprochen, die sich mit dem vereinbarten Kennwort „Germane“ zu erkennen gab. Der Betroffene gab dieser Person 2 Skizzen über die Kasernen in Bernburg, die von der Roten Armee belegt waren. Für diese Tätigkeit hat er angeblich 100 DM erhalten.

Auf Grund dessen, dass sich der Betroffene am 26.05.1959 bei der Abteilung VE(Näheres nicht erkennbar, da in der Akte geschwärzt) meldete und dort angab, dass er Spionage durchführt, wurde er festgenommen.