BpB: – Beitrag zum Thema Übersiedlung in die DDR

Da hat die „Bundeszentrale für politische Bildung“ mal wieder ein „gefundenes Fressen“.

Logo Bundeszentrale für politische BildungIn diesem Beitrag geht um Menschen, die in die DDR zurückkehren, bzw. zuziehen wollten. Außerdem geht es um Ausbürgerungen.

Aufgrund des Kalten Krieges war das Ganze intransparent. Nun wird dies als SED-Willkür dargestellt.

Es ist kritikwürdig, dass es keinen Rechtsanspruch auf Heimkehr in die DDR gab, bzw. dass es nicht möglich war Rechtsmittel einzulegen. Die Entscheidungsträger, z.B. in Röntgental, konnten allein entscheiden und Fehlentscheidungen konnten nicht überprüft oder gar rückgängig gemacht werden.

Für heutige „Aufarbeiter“ ein willkommener Anlass die DDR zu verumglimpfen.

Beim Thema Ausbürgerung wird zwar gesagt, dass man nicht mit dem III. Reich vergleichen will, tut es aber doch. Schon haben diejenigen, welche Sozialismus und Faschismus gleichsetzen „Wasser auf die Mühlen“. Die Hintergründe der Ausbürgerungen im III. Reich und später in der DDR waren völlig andere und sind überhaupt nicht zu vergleichen.

Berechtigt war, dass sich die DDR vor Kriminellen, Spionen u.a. die Schaden gebracht hätten, schützen wollte. Aber mit den „Asozialen“ übertrieb man es. Darunter verstand man Alle, die nicht nachweisen konnten, dass sie unverschuldet arbeitslos geworden waren. Wer während der Probezeit seinen Arbeitsplatz verloren hatte, da brauchte es keine Begründung für die Entlassung, galt nach dem Verständnis der Entscheidungsträger, z.B. in Röntgental, als Asozial. Das ist kritikwürdig.   Berechtigte Kritik wird benutzt, um die DDR zu verunglimpfen.

Dann wird wieder ein Vergleich mit der Nazi-Zeit hergenommen. Die Bezeichnung „Schädlingstätigkeit“, die der damalige Innenminister der DDR Friedrich Dickel gebrauchte, ist kritikwürdig. Aber dass solche Ausdrucksweise im Sozialismus von Chruschtschow geprägt wurde, wird natürlich nicht erwähnt.

Kritikwürdig ist auch, dass die DDR einerseits beklagt hatte, dass die BRD die Staatsbürgerschaft der DDR nicht anerkannt hatte, andererseits war es aber für die Entscheidungsträger, z.B. in Röntgental von Nutzen. Denn nun waren es ja Ausländer/innen, die in die DDR einwandern wollten. Z.B. das Aufnahmeheim Röntgental entschied nun darüber, ob diese Ausländer/innen willkommen waren oder als missliebige Personen abgeschoben wurden. Der amtliche Ausdruck war „Rückführung“ oder „Rückweisung“. Diese amtlichen Ausdrücke waren vom Innenminister der DDR Friedrich Dickel eingeführt worden. Zuvor wurde das als „Rückschleusung“ bezeichnet.

Was die Einwanderung, bzw. Rückkehr von (nunmehrigen) Bürger/innen der BRD und Westberlins betrifft, haben die Verantwortlichen, insbesondere die Entscheidungsträger der DDR versagt. Bei allem Verständnis für die Sicherheitslage und die Situation im Kalten Krieg, wie es gemacht wurde, war der falsche Weg. Damals trieb man den westlichen Geheimdiensten die ablehnten Einwanderungswilligen geradezu in die Arme, heute ist das „Futter“ für die Leute, die Geschichtsfälschung betreiben und die DDR verunglimpfen.

 

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5 Gedanken zu “BpB: – Beitrag zum Thema Übersiedlung in die DDR

  1. Unser Titel geht auf Dr. Dr. Günter Gereke zurück. Gereke war einer der prominentesten Übersiedler/Heimkehrer/Rückkehrer.
    Gelegentlich schreiben wir über ihn oder veröffentlichen aus seinem Nachlaß.
    Vorträge/Seminare zu Gereke führen wir gern durch.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Anders

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  2. Soviel ich weiß, gab es in der DDR bei Arbeitsverträgen keine „Probezeit“, und Entlassungen waren – so wie das heute üblich ist – absolut unmöglich. Bei Eingliederungen vormaliger Straftäter allerdings gab es Auflagen, die der Betroffene zu erfüllen hatte. In jedem Falle wurde sofort ein geeigneter Arbeitsplatz in Wohnortnäghe zur Verfügung gestellt.

    Und der Begriff „Schädling“ bzw. „Schädlingsarbeit ist durchaus nicht neu. Stalin sprach bspw. auf einem Referat 1928 davon: „Fünf Jahre lang betrieb diese konterrevolutionäre Spezialistengruppe Schädlingsarbeit in unserer Industrie, sprengte Kessel, zerstörte Turbinen usw.“ (Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1954, Bd.11, S.32)

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    • Vermutlich sind die Entscheidungsträger in Röntgental von den Arbeitsverträgen/Arbeitsrecht in der DDR ausgegangen und ignorierten das Arbeitsrecht, bzw. die Arbeitsverträge in der BRD, bzw. Westberlin.
      In meiner Textpassage habe ich die Arbeitsverträge, bzw. das Arbeitsrecht in der BRD, bzw. Westberlin angesprochen. Dabei habe ich aufgezeigt, dass eine hohe Anzahl von Betroffenen als „Asozial“ abgestempelt wurde, weil sie nicht nachweisen konnten, dass die unverschuldet arbeitslos wurden. Sie hatten keine Chance in die DDR überzusiedeln.
      Ich selbst erinnere mich, dass es in Röntgental keinerlei Interesse an jeglichem Arbeitsrecht gab. Darüber bin ich ja als erstes „gestolpert“ und mich verwundert eine solche Haltung für eine Institution der DDR.

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