Video zum Tod von Herbert Kierstein

 

 

 

 

 

siehe Nachruf

 

 

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Herbert Kierstein (Nachruf)

Wenige Monate nach seinem 80. Geburtstag ist Herbert Kierstein am Dienstag voriger Woche an den Folgen einer Herzoperation verstorben. Die Trauerfeier findet am 12. August auf dem Friedhof in Bestensee statt. („Junge Welt“ vom 03.08.2017)

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Herbert Kierstein, geboren am 17. Januar 1938 in Grottkau; verstorben am 25. Juli 2017, war ein ehemaliger Oberstleutnant des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Herbert Kierstein

Herbert Kierstein

 

Bildquelle: Eulenspiegel-Verlagsgruppe, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Kierstein trat 1955 in das MfS ein. Ab 1958 war er Untersuchungsführer im Bereich Spionagedelikte gegen die DDR. In dieser Funktion war er unmittelbar mit dem Fall des US-Agenten Hannes Sieberer beschäftigt. Am 1. Oktober 1969 wurde er stellvertretender Referatsleiter und am 1. Oktober 1970 Referatsleiter in der Hauptabteilung IX (Untersuchungsorgan). Am 1. November 1980 stieg er zum stellvertretenden Abteilungsleiter auf und wurde 1981 zum Oberstleutnant befördert. Ab 15. März 1983 fungierte er als Offizier für Sonderaufgaben (OfS) in der Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) der HA IX und von Februar 1985 bis September 1989 als Leiter der AKG-Arbeitsgruppe Analyse. Bis zu seiner Entlassung 1990 war er ab 1. Oktober 1989 stellvertretender Leiter des Arbeitsbereichs Koordinierung der AKG der HA IX.

Öffentliche Aufmerksamkeit wurde einer Veröffentlichung Kiersteins aus dem Jahr 2005 zuteil. „Verheizt und vergessen“.

Buch - Verheizt und Vergessen

 

Ein US-Agent und die DDR-Spionageabwehr. Ko-Autor dieses Buches war der erwähnte Hannes Sieberer, der nach seiner Enttarnung verhört wurde und drei Jahre in Haft saß, bevor er 1985 ausgetauscht wurde. In dem Buch setzen sich beide Männer mit ihrer Vergangenheit auseinander.

Der frühere Häftling des MfS und heutige Mitarbeiter der „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ Mario Rölling klagte gegen den Verlag „Das neue Berlin“ Der Streitpunkt waren eine nicht genehmigte Verwendung eines Fotos und fehlerhafte Zitate in einem Buch von Herbert Kierstein und Gotthold Schramm. In der Verhandlung hatte der Verlag Unterlassungserklärungen zu den fehlerhaften Zitaten und der nicht genehmigten Fotoveröffentlichung abgegeben. Der Verlag verpflichtete sich, unter Androhung einer Geldstrafe die strittigen Passagen zu streichen und das Foto nicht mehr zu verbreiten.

Der Diplomjurist Herbert Kierstein lebte in der Nähe von Berlin. Er starb an den Folgen einer Herzoperation.

entnommen aus Wikipedia und „Junge Welt“, bearbeitet von Petra Reichel

siehe You Tube Video mit einem weiteren Nachruf

 

 

 

1. August 1973: Todestag von Walter Ulbricht

Ulbricht volksnah

Bild von Facebook entnommen

 

Der erste Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, starb am 1. August 1973.
Er war ein sehr geselliger Mensch und fühlte sich mitten unter der Bevölkerung stets am wohlsten.
Kurz vor seinem Tode tat er seinen Willen kund, dass die Weltfestspiele der Jugend, die zeitgleich begannen, in keiner Weise dadurch beeinträchtigt werden sollen…!

Der letzte Gipfel der sozialistischen Länder

Siehe Beitrag, wie Heinz Keßler die Konterrevolution erlebte.

Im Beitrag von Heinz Keßler im Buch „Unter Feuer“ Untertitel „Die Konterrevolution in der DDR“(Herausgeber „Offensiv“) wird an den letzten Gipfel der sozialistischen Länder erinnert. Es war die letzte politische Beratung der Warschauer Vertragsstaaten im September 1989.

Am Beginn der Konterrevolution keine Protestler auf den Straßen von Bukarest? Von zerstörungswütigen Radikalinskis keine Spur? Ahhh, auf dem letzten Gipfel der sozialistischen Länder wurde die Konterrevolution beschlossen. Einer der Vorreiter war Gyula Horn.

Ausgerechnet wurde Erich Honecker krank. So konnte er das Unglück nicht mehr aufhalten. Ob er es hätte verhindern können, sei dahingestellt.

Dass auf einem kapitalistischen Gipfel die Revolution beschlossen wird, ist bar jeder Realität. Das kapitalistische System tritt nicht so sang und klanglos ab, wie das sozialistische.

Seit seinem Sieg 1989/90 sitzt der Kapitalismus fester im Sattel denn je. Doch wir dürfen die Geschichtsschreibung nicht dem Sieger der Geschichte überlassen.

 

 

Beitrag von Heinz Keßler in Titel-Unter Feuer  „Unter Feuer“

Keßler Ende DDR und SED

 

 

 

 

 

offensiv

 

 

 

 

 

 

Markus Wolf

Markus Johannes („Mischa“) Wolf wurde am 19. Januar 1923 in Hechingen, Hohenzollernsche Lande geboren und ist am 09. November 2006 in Berlin gestorben.

Markus Wolf

Markus Wolf 1989

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1208-420 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Markus Wolf leitete 34 Jahre lang, von 1952 bis 1986, die Hauptverwaltung Aufklärung(HVA), den Auslandsnachrichtendienst im Ministerium für Staatssicherheit(MfS) der DDR.


 

Markus Wolfs Vater war der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf(1888-1953), sein Bruder war der Filmregisseur Konrad Wolf(1925-1982).

Der Vater, Friedrich Wolf war jüdischer Herkunft und aktiver Kommunist. Er emigrierte mit seiner Familie 1933 zunächst in die Schweiz, danach nach Frankreich und 1934 in die Sowjetunion.

Von 1940 bis 1942 bsuchte Markus Wolf die Hochschule für Flugzeugbau in Moskau, anschließend die aus Moskau nach Kuschnarenkowo im Ural-Vorland evakuierte Parteischule des Exekutivkomitees der Komintern, wo er sich in die Tochter Emmi des früheren KPD-Reichstagsabgeordneten Franz Stenzer(1900-1933)verliebte, die er 1944 in Moskau heiratete.
Ab 1943 war er Redakteur und Sprecher beim Moskauer Deutschen Volkssender.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Markus Wolf nach Deutschland zurück. Zunächst war er unter dem Decknamen „Michael Storm“ beim neu aufgebauten Berliner Rundfunk tätig, wo er bis 1949 blieb.

Markus Wolf war 1945/1946 als Berichterstatter bei den Nürnberger Prozessen akkreditiert.

Nach der Gründung der DDR wurde Markus Wolf 1949 als Erster Rat an die DDR-Botschaft in Moskau berufen. Diese Tätigkeit übte er bis 1951 aus.

Ab September 1951 beteiligte er sich in Berlin am Aufbau des Geheimdienstes der DDR APN(Außenpolitischer Nachrichtendienst), der sich als „Institut für wirtschaftswissenschaftliche Forschung“ getarnt war. Markus Wolf wurde stellvertretender Leiter der Hauptabteilung III(Abwehr). 1952 wurde er als Nachfolger von Anton Ackermann zum Leiter des APN berufen. Markus Wolf wurde damit der Chef eines weltweiten Geheimdienstnetzes mit 4600 hauptamtlichen Mitarbeitern, über 10000 inoffiziellen Mitarbeitern, 1500 Kundschafterinnen und Kundschafter in der BRD, darunter auch 50 Spitzenquellen. 1953 wurde der Außenpolitische Nachrichtendienst in das Ministerium für Staatssicherheit(MfS) eingegliedert. Markus Wolf wurde zum Leiter der Hauptabteilung XV(Auslandsaufklärung), deren Bezeichnung 1956 in Hauptverwaltung Aufklärung(HVA)umgewandelt wurde.

Markus Wolf wurde Generalmajor und war auch der 1. Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit.

Laut seinen 1997 veröffentlichten Memoiren trug Markus Wolf zum Scheitern des Misstrauensvotums gegen Willy Brandt bei, weil der DDR und der Sowjetunion an der Fortsetzung der „neuen Ostpolitik“(„Entspannungspolitik“) gelegen war. Der CDU-Abgeordnete Julius Steiner wurde mit 50000 DM bestochen, damit sich dieser der Stimme enthielt. Heute wissen wir, dass diese politische Strategie und Einschätzung seitens der sozialistischen Länder, insbesondere der DDR und der Sowjetunion eine Fehleinschätzung, bzw. Fehlstrategie war.

Im März 1976 und nach der Scheidung von seiner ersten Frau Emmi lernte er in Karl-Marx-Stadt Christa Heinrich, eine gelernte Schneiderin, kennen. Er heiratete sie 1976 und weihte sie in seine Geheimdiensttätigkeit ein. Für sie war das kein Problem, denn sie war selbst schon seit Jahren für das MfS tätig.

Markus Wolf wurde 1979 durch Werner Stiller beim BND auf einem Foto des schwedischen Nachrichtendienstes erkannt. Es zeigte ihn bei einem Einkauf in Stockholm. Nachdem es seit den 1950er Jahren kein aktuelles Foto von von Markus Wolf im Westen gegeben und er den Beinamen „Mann ohne Gesicht“ bekommen hatte, war dies sensationell. Dieses Bild wurde dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL von Seiten des BND lanciert und machte Markus Wolf auch in der Öffentlichkeit der BRD bekannt.

Ein seltenes Foto zeigte Markus Wolf am 12. März 1982 bei der Beerdigung seines Bruders auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde.

Berlin, Beisetzung Konrad Wolf

Markus Wolf (Mitte, mit Sonnenbrille) bei der Beisetzung seines Bruders Konrad in Berlin 1982. Unter den Gästen rechts Erich Honecker.

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-0312-423 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Das Foto schoss der „Stern“-Fotograf Harald Schmidt, der in seinem Bildband „Sekunden, die Geschichte wurden“ berichtete, dass die Negative zu den Fotos aus dem „Stern“-Archiv „auf mysteriöse Weise“ verschwunden seien.

Im Mai 1986 wurde Markus Wolf auf eigenen Wunsch beurlaubt. Er ließ sich im August 1986 von seiner Frau Christa scheiden und begann sein erstes Buch „Die Troika“.

Im Oktober 1986 heiratete er Andrea Stingl, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb. Andrea Stingl hatte vier Monate zuvor wegen versuchter Republikflucht im Knast gesessen. Dies und Markus Wolfs Frauenverhältnisse im Allgemeinen gefielen seinem Vorgesetzten Erich Mielke nicht.

Im November 1986 wurde Markus Wolf, der den Rang eines Generaloberst hatte, aus dem MfS entlassen. Erich Mielke deutete in späteren Zeitungsinterviews an, dass Wolfs Lebenswandel auch zu seinem Ausscheiden im Jahr 1986 führte.

Im Frühjahr 1989 veröffentlichte Markus Wolf sein Buch „Die Troika“. Da lehnt er sich an den Kurs und die Politik von Gorbatschow an. Es hat nichts mit ehrlicher Selbstkritik zu tun, auch wenn manche das Buch für Selbstkritik halten.

Später nahm Markus Wolf an Veranstaltungen konterrevolutionärer Gruppen teil und bezeichnete sich selbst als „Berater“ der neuen SED-Politiker. Das heißt derer, die sich an Gorbatschow anlehnten und letztendlich zum Untergang der DDR beigetragen haben. Selbst übernahm Markus Wolf keine Ämter. Am 04. November 1989, kurz vor der Grenzöffnung und dem Ende der DDR als Arbeiter und Bauernstaat, trat Wolf auf der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz als Redner auf. Seine Anbiederei nutzte ihm nichts, denn er wurde ausgepfiffen.

Berlin, Demonstration; Rede Markus Wolf

Wolf spricht auf Demo in Berlin am 04.09.1989

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-040 / Link, Hubert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Heinz Keßler hat keine guten Erinnerungen an Markus Wolf in der Zeit der Konterrevolution.

Im Juni 1989 erließ die BRD einen Haftbefehl gegen Markus Wolf.

Markus Wolf behauptete, er habe im Mai 1990 ein Angebot der CIA über eine siebenstellige Summe, eine neue Identität und ein Haus in Kalifornien erhalten.

Er flüchtete am 27. September 1990, kurz vor der Annexion der DDR, mit seinem Sohn Franz aus erster Ehe, seiner Frau Andrea sowie seinem Schwiegervater mit echten Pässen über die DDR-Grenze in die Tschechoslowakei. Markus Wolf stieg vor der Grenze aus seinem Volvo in einen alten Lada um. Das erste Versteck war eine Ferienwohnung im österreichischen Kitzbühel, die ihm ein Freund verschafft hatte. Danach halfen Wolf seine alten Kontakte zum sowjetischen Geheimdienst. Ein KGB-Kurier brachte ihn und seine Frau aus Österreich nach Ungarn und von dort per Flugzeug nach Moskau. Sie blieben ein Jahr im Exil, bis auch die Sowjetunion zusammenbrach.

Im September 1991 suchte Markus Wolf erneut Zuflucht in Österreich und beantragte dort politisches Asyl, was abgelehnt wurde. Nach fast genau einem Jahr Exil kehrte er mit seiner Frau, auch auf Anraten ihrer Anwälte, nach Deutschland zurück, um sich den Bundesbehörden zu stellen. Bundesanwalt Joachim Lampe nahm ihn schon am Grenzübergang Bayrisch Gmain in Gewahrsam. Johann Schwenn übernahm die Verteidigung.

Der Prozess gegen Markus Wolf begann fast zwei Jahre nach seiner Festnahme im Mai 1993 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Anklage lautete auf Landesverrat und Bestechung. Das Gericht folgte der Anklage und verurteilte Markus Wolf zu sechs Jahren Freiheitsstrafe. Der mittlerweile 70-jährige musste nicht mehr in Haft. Zwei Jahre später traf das Bundesverfassungsgericht eine Grundsatzentscheidung: Mitarbeiter der HVA mit damaligen Lebensmittelpunkt in der DDR wurden nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Das Urteil gegen Markus Wolf wurde aufgehoben.

Der Prozess gegen Markus Wolf begann fast zwei Jahre nach seiner Festnahme im Mai 1993 vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Anklage lautete auf Landesverrat und Bestechung. Das Gericht folgte der Anklage und verurteilte Markus Wolf zu sechs Jahren Freiheitsstrafe. Der mittlerweile 70-jährige musste nicht mehr in Haft. Zwei Jahre später traf das Bundesverfassungsgericht eine Grundsatzentscheidung: Mitarbeiter der HVA mit damaligen Lebensmittelpunkt in der DDR wurden nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Das Urteil gegen Markus Wolf wurde aufgehoben.

1996 beantragte Markus Wolf ein Visum für die USA, um bei der Veröffentlichung seiner Memoiren im Verlag „Random House“ dabei zu sein und seinen Halbbruder zu besuchen, den er seit den 1930er-Jahren nicht mehr gesehen hatte. Das Visum wurde mit der Begründung verweigert, er habe eine terroristische Vergangenheit. Folglich ist Markus Wolfs Behauptung aus dem Jahr 1990 falsch, dass ihm die CIA ein Angebot gemacht hätte.

1997 gab es eine weitere Verurteilung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung in vier Fällen. Im gleichen Jahr wurde Markus Wolf wegen Aussageverweigerung im Prozess gegen den SPD-Politiker Paul Gerhard Fläming drei Tage Beugehaft verhängt.

1993 wurde Flämig als sogenannter Atomspion wegen Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit angeklagt. Alle Zeugen bis auf eine Zeugin, die an den dienstlichen Gesprächen nie teilgenommen hatte, sagten übereinstimmend aus, Flämig sei kein IM des MfS, sondern einer der zahlreichen Kontaktpersonen des ZK der SED gewesen. Die Zeugin, eine vorübergehend beurlaubte HO-Verkäuferin(HO-eine Handelskette in der DDR), musste ihn im Auftrag der Partei auf Spaziergängen begleiten, um ihn vom MfS abzuschirmen. Ihr hatte man weisgemacht, er sei ein in der DDR ausgebildeter und im Westen eingesetzter Kundschafter. Das hat sie geglaubt und vor Gericht ausgesagt. Vielleicht wollte sie sich auch wichtig machen. Auf jeden Fall hat sie sich politisch umgedreht.(„Wendehals“) Der Prozess wurde wegen andauernder Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. Selbst der Chef der BStU kommt zu der Einschätzung, dass die Fülle, der Inhalt und die Art der von Flämig erhaltenen Informationen gegen eine Tätigkeit für das MfS spräche und dieser nur eine politische Kontaktperson gewesen ist.

Gegen Ende seines Lebens lebte Markus Wolf in Berlin, wo er im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum 09. November 2006 starb. Am 25. November wurde seine Urne im Grab seines Bruders Konrad in der Grabanlage Pergolenweg der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin beigesetzt.

Grab von Konrad und Markus Wolf

Grab von Konrad und Markus Wolf auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

 

Bildquelle: Von SpreeTom – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die Nachkommen von Markus Wolf haben andere Wege eingeschlagen und mit Sozialismus und Kommunisten nichts im Sinn.

Seine Stieftochter Claudia Wolf ist seit 1993 Assistentin und zweite Ehefrau des schwäbischen Unternehmers Hans Wall. Sein Sohn Franz Wolf wurde im Zusammenhang mit den Offshore-Leaks als Finanztreuhänder bekannt.

 

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Heinz Keßler(Nachruf)

Heinz Keßler, geboren am 20. Januar 1920 in Lauban; gestorben am 02. Mai 2017 in Berlin, war Armeegeneral, Mitglied des Ministerrates der DDR, Minister für Nationale Verteidigung und Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Er gehörte dem Zentralkomitee der SED, dem Politbüro des ZK der SED und dem Nationalen Verteidigungsrat der DDR an.

Heinz Keßler(1988)

Heinz Keßler(1988)

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1988-0704-410 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Heinz Keßler wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie in Lauban in Schlesien geboren. Seine Eltern zogen 1923 nach Chemnitz um. Sie waren Kommunisten und wurden in der Zeit des Faschismus mehrmals in Konzentrationslagern inhaftiert. Er besuchte die Volksschule und wurde Mitglied des Jungspartakusbundes. Von 1934 bis April 1937 erlernte er den Beruf eines Maschinenschlossers und arbeitete bis 1940 in diesem Beruf.

Am 15. November 1940 wurde Keßler in die Wehrmacht einberufen und als MG-Schütze ausgebildet. Im Frühjahr 1941 kam er mit der 134. Infanterie-Division zunächst ins Generalgouvernement nach Petrikau. Nach einer weiteren Ausbildung ging er im Juni 1941 mit der Division in ihre Ausgangsstellung für das Unternehmen Barbarossa bei Białystok in Stellung. Drei Wochen nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion lief er am 15. Juli 1941 zur Roten Armee über und kam zunächst in sowjetische Kriegsgefangenschaft. In Folge seines Übertritts wurde seine Mutter von 1941 bis 1945 im KZ Ravensbrück inhaftiert. Er kam zunächst in das Lager 27 in Krasnogorsk bei Moskau, dann mit dem Überläufer Franz Gold nach Spasso-Sawodsk bei Karaganda in Kasachstan. Hier lernte er Heinz Hoffmann kennen. Mit Gold und Hoffmann erhielt er eine fünfmonatige Ausbildung an der neugeschaffenen Antifa-Schule in Gorki. Zusammen mit Gold wurde er im Kriegsgefangenenlager 27 eingesetzt und dann Mitarbeiter der 7. Verwaltung der Politischen Hauptverwaltung der Roten Armee. Im Dezember 1942 kam es zu seinem ersten Fronteinsatz in Welikije Luki. Gold und Keßler wurden nach weiteren Fronteinsätzen zur Mitbegründung des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD) nach Krasnogorsk beordert. Gemeinsam mit den übrigen Mitgründern des NKFD unterschrieb Keßler das Manifest vom 12. Juli 1943. Dort engagierte er sich als einer der wichtigsten Jugendfunktionäre sowie als Frontbeauftragter an der Brjansker Front. In dieser Funktion rief er deutsche Soldaten zum Überlaufen auf.

Im Mai 1945 kehrte er als Angehöriger der Roten Armee ins befreite Berlin zurück, wo er nach langer Zeit seine Mutter Hedwig Keßler wiedertraf.  1945 war Keßler Mitglied des Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses und 1946 eines der Gründungsmitglieder der Freien Deutschen Jugend.

Er trat der KPD bei, die sich 1946 mit der SPD zur SED vereinigte. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED.

Berlin, Rückkehr FDJ-Delegation aus Sowjetunion

Heinz Keßler(rechts) und Erich Honecker(2. v. r.), 5. August 1947

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-R71089 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Von 1948 bis 1950 war er Sekretär des Zentralrats der FDJ. In dieser Zeit nahm er auch an Agitationseinsätzen in der BRD teil („Ich habe versucht, die Jugendverbände zu agitieren und dafür zu gewinnen, mit uns gegen die Pariser Verträge aufzutreten“). Die Pariser Verträge sind ein Vertragswerk, welches das Besatzungsstatut der BRD beendete und die BRD in das westliche System einband, z.B. Beitritt zur NATO.

Am 1. November 1950 trat Keßler in die Bewaffneten Organe der DDR ein. Hier war er bis 1952 im Rang eines Generalinspekteurs Leiter der Volkspolizei-Luft. Infolge erster struktureller Veränderungen wurde sein Dienstposten von 1952 bis 1953 in Stellvertreter des Ministers des Inneren und Chef der VP-Luft geändert. Weitere Strukturreformen führten bis 1955 zur erneuten Namensänderung in nunmehr Chef der VP-Luft, der Vorgängerorganisation der NVA Luftstreitkräfte.

Von Dezember 1955 bis Herbst 1956 ging Keßler zur Generalstabsausbildung an die Generalstabsakademie der UdSSR „Kliment Woroschilow“ nach Moskau. In dieser Zeit stand Generalmajor Heinz-Bernhard Zorn, ein ehemaliger Luftwaffenmajor i. G. der Wehrmacht, interimsweise an der Spitze der NVA-Luftstreitkräfte.

Bei Gründung der NVA am 1. März 1956 wurde Keßler zum Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung berufen. Ab 1. September 1956 übernahm er wieder den Oberbefehl über die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee. Nach der Zusammenlegung der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigung am 1. Juni 1957 zum Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (Kdo. LSK/LV) wurde Keßler Stellvertreter des Ministers und Chef der LSK/LV. Generalmajor Zorn, sein bewährter Stellvertreter und Chef des Stabes aus den Zeiten der KVP-Luft, sollte ihm wieder als zweiter Mann zur Seite stehen, wurde aber zur Militärakademie Friedrich Engels nach Dresden abberufen.

Von März 1967 bis 1978 war Heinz Keßler Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes im damaligen Ministerium für Nationale Verteidigung in Strausberg.

Berlin, Walter Ulbricht, Heinz Keßler

Keßler mit Walter Ulbricht im Jahre 1966

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-E0301-0009-003 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Danach war er als Generaloberst Mitglied des Militärrates des Vereinten Oberkommandos des Warschauer Vertrages mit Sitz in Moskau. Von 1979 bis 1985 war er Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der Politischen Hauptverwaltung und übernahm am 3. Dezember 1985 das Amt des verstorbenen Heinz Hoffmann als Verteidigungsminister. 1986 wurde er Mitglied des Politbüros des ZK der SED. Im Oktober 1989 galt Keßler bei der Funktionärsgruppe um Egon Krenz, die die Absetzung Erich Honeckers vorbereitete, als größter „Risikoposten“. Er befand sich in Nicaragua, als Honecker am 17. Oktober von einer Mehrheit des Politbüros zum Rückzug gezwungen wurde. Es heißt auch, dass Keßler auf Auslandsreise „geschickt“ wurde. Keßler hat seither wiederholt erklärt, dass er dem „nie zugestimmt“ hätte. Direkt vom Flughafen kommend, nahm er am Folgetag an der Plenartagung des Zentralkomitees teil, auf der Honecker „aus gesundheitlichen Gründen“ um die Entbindung von allen Funktionen bat. Der konsternierte Keßler stimmte dem zu, einen improvisierten Redebeitrag brach er nach mehrfachen störenden Zwischenrufen – unter anderem von Günter Schabowski, Harry Tisch und Kurt Hager – ab.

Am 17. November 1989 trat Keßler zurück und wurde aus der NVA entlassen.

Im Januar 1990 wurde Keßler mit der Begründung, eine „antisowjetische Haltung“ (gemeint war aber gegen die Politik von Gorbatschow, welche die Konterrevolution möglich machte) zu vertreten, aus der SED-PDS ausgeschlossen. So wurde Heinz Keßler als aufrechter Kommunist und alter Kämpfer von der nun gewandelten SED-PDS verhöhnt.

Während und nach der Konterrevolution schlug nun die Siegerjustiz zu. Die DDR bestand noch, als man ihn am 24. Januar 1990 unter dem Vorwurf, für die „Verschwendung von Volksvermögen“ in Höhe von 80.000 Mark verantwortlich zu sein, festgenommen hatte. Bis April 1990 blieb er in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen in Haft. Nach dem Fall des Antifaschistischen Schutzwalls wurde er, zusammen mit anderen Politkern der SED und der ehemaligen Staatsführung der DDR und Mitgliedern des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vor Gericht gezerrt. Auch ihm wurden die Opfer an der Staatsgrenze der DDR zum Vorwurf gemacht, obwohl diese leichtsinnig handelten und durch eigenes Verschulden zu Tode kamen. Am 16. September 1993 wurde Heinz Keßler zu einer siebeneinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Man hatte den Vorwurf „Anstiftung zum Totschlag“ konstruiert. Am 26. Juli 1994 wurde das Urteil vom Bundesgerichtshof bestätigt, Keßler wurde aber unter dem konstruierten Vorwurf „mittelbarer Täterschaft“ wegen Totschlags verurteilt. Im Frühjahr 1998 wurde er wegen gesundheitlicher Gründe auf Bewährung aus dem Gefängnis Hakenfelde in Berlin entlassen.

Auch nach 1989/90 ist Heinz Kessler ein aufrechter Kommunist geblieben und gab bis zu seinem Tod den Kampf nicht auf. Nach wie vor war er Pro-DDR. 2009 trat er der DKP bei. Heinz Keßler kandidierte 2011 zur Wahl des Abgeordnetenhauses von Berlin auf der Liste der DKP.

2010 gab der „Freundeskreis Heinz Keßler“ anlässlich seines 90. Geburtstages eine Festschrift heraus.

Heinz Keßler verfasste einige interessante Schriften, bzw. Bücher.

Er lebte zusammen mit seiner Frau Ruth, bis zu ihrem Tod im Jahre 2013 im Berliner Bezirk Lichtenberg. Zuletzt lebte er in einer Pflegeeinrichtung.

Die bürgerlichen Medien brachten die Meldung über den Tod von Heinz Keßler erst, als bereits in den „sozialen Netzwerken“ im Internet der Tod von Heinz Keßler vom 02.Mai 2017 bekannt gemacht worden ist. Die bürgerlichen Medien befassen sich in ihren Nachrufen schwerpunktmäßig mit dem Prozess gegen ihn während und nach der Konterrevolution. Die Propagandakampagne unter dem Themenfeld „Mauertote“ macht auch vor einem Nachruf nicht halt. So wird Heinz Keßler noch in den Nachrufen der bürgerlichen Medien mit Dreck beworfen.

Zahlen und Fakten entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Die rote Fahne senkt

Hier der Beitrag aus „Sascha´s Welt“ zum Tod von Günter Ackermann.

Siehe auch: „Der rote Webmaster ist tot“.

Sascha's Welt

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