Das Wohnungsbauprogramm der DDR

Gastbeitrag von Ingo Imm

 

Modernisierung Wohnungen DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1986

 

Das Wohnungsbauprogramm der DDR wurde vom Zentralkomitee der SED auf seiner 10. Tagung am 2. Oktober 1973 beschlossen. Das Wohnungsbauprogramm sollte die Wohnungsnot bis 1990 lösen. Daher beschloss der VIII. Parteitag 1971 ein umfangreiches sozialpolitisches Programm, das von der Regierung der DDR programmatisch übernommen wurde. Zu dessen Kernstück wurde ab 1972 ein sogenanntes Wohnungsbauprogramm. Im bisherigen Aufbauwerk nach dem Krieg wurden große Leistungen erbracht, aber es wurde auch deutlich, dass das bisherige Tempo nicht ausreichte, der Gesamtbevölkerung ein Zeitziel zu bieten, an dem für alle bessere Wohnverhältnisse geschaffen sein würden. Das neue Wohnungsbauprogramm sollte durch industrielle Technologien (z. B. die Plattenbauweise) die materiellen Voraussetzungen für eine entscheidend höhere Bauleistung schaffen und mit dem komplexen Wohnungsbau auch die ganze umgebende, soziale Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Polikliniken, Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten, Kinos u. ä.) erfassen. (siehe auch Beitrag im Schwesterblog „Die Trommler-Archiv“)

Die Wohnverhältnisse von weit mehr als der Hälfte der DDR-Bürger sollten verbessert werden. Es war vorgesehen, bis zu 3 Millionen Wohnungen neu zu bauen oder zu modernisieren und dafür mehr als 200 Milliarden Mark der DDR des Nationaleinkommens aufzuwenden.

Dresden Straße der Befreiung

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1986

 

Nach: „Jedem eine Wohnung“ galt nun die Parole: „Jedem seine Wohnung“. Das Wohnungsbauprogramm wurde ernsthaft verfolgt und zeigte tatsächlich schnelle und anhaltende Erfolge. Im Jahr 1971 wurden 86.700 WE ( Wohnungseinheiten) erbaut. Am 6. Juli 1978 wurde die millionste Wohnung seit dem VIII. Parteitag 1971 den Mietern, Familie Großkopf, in Berlin-Marzahn, übergeben. Im Jahr 1979 wurden weitere 162.000 neue oder modernisierte Wohnungen geschaffen. Bis 1980 wurden 700.000 bis 800.000 Wohnungen errichtet oder modernisiert und bis 1990 insgesamt 3 Millionen Plattenbauwohnungen errichtet. Die dreimillionste Wohnung, die im Rahmen des Wohnungsbauprogramms seit 1970 gebaut wurde, wurde von Erich Honecker am 12. Oktober 1988 feierlich übergeben. Es entstanden in fast allen größeren Städten Neubausiedlungen, aber auch Neubaublöcke in vielen Dörfern, was dem ländlichen Charakter meist nicht entsprach. Der größte zusammenhängende Stadtneubau war Halle-Neustadt mit seinen mehr als 93.000 Einwohnern (Stand 1981) und eigenem Oberbürgermeister.

 

 

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Kinderheime in der DDR

Sascha's Welt

ddr-kinderheimGleich vorweggesagt: Es gab keine bessere Einrichtung, um Waisenkinder, aufsichtslose Kinder oder Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen auf einen guten, für die Kinder nützlichen und wertvollen Lebensweg zu geleiten, als die Kinderheime in der sozialistischen DDR. Wenn man heute über die abscheulichen und grauenvollen Erlebnisse liest, die Kinder bei den „Regensburger Domspatzen“ erdulden mußten, was zudem weder strafrechtliche noch disziplinarische Folgen hatte, jedoch schwere psychische Nachwirkungen für die Betroffenen – so etwas Furchtbares gab es in der DDR nicht. Natürlich kann ein Kinderheim nicht eine Familie ersetzen, doch die Erzieher in den Kinderheimen der DDR waren i.d.R. gutausgebildete, pädagogisch geschulte Persönlichkeiten, denen bei ihrer nicht immer leichten Aufgabe die volle Unterstützung unseres Staates zuteil wurde. Nicht selten wurden Villen oder Schlösser enteigneter Großgrundbesitzer oder Nazi-Kriegsverbrecher zu Kinderheimen umfunktioniert. Hier nun einiges über die Prinzipien und Grundlagen der Erziehung in den Kinderheimen der DDR.

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Prof. Karl Linser: Die Ärzte in der DDR

Sascha's Welt

LinserIn den Anfangsjahren der DDR wurden, um die DDR zu schädigen, durch den westdeutschen Staat Tausende Fachleute, darunter vor allem Ingenieure, Wissenschaftler und Ärzte, abgeworben. Diesen Abwerbeversuchen folgten leider auch einige gewissenlose Ärzte. Auf der Tagung des Nationalrats der Nationalen Front des demokratischen Deutschland am 18. Oktober 1958 hielt Professor Dr. Karl Linser, Direktor der Hautklinik der Berliner Charite und Verdienter Arzt des Volkes, den folgenden, stark beachteten Diskussionsbeitrag:

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