Das war wohl nichts

Dokumente aus der frühen DDR zeigen die Fehlbesetzung für einen Kundschafter, der in der BRD wirken sollte.

Es handelt sich um einen Übersiedler aus der BRD in der damaligen Zeit, als Übersiedler aus der BRD, bzw. Westberlin noch willkommen waren. So wurden auch einige mit einem Auftrag wieder zurückgeschickt.

Dieser Mensch war nicht in der Lage, bzw. nicht willens, den Auftrag auszuführen.

 

Keine Angst, das wird noch lesbar. Hier als PDF-Dokument:

 

 

Auftrag für Günther

Das Dokument ist  aus der MfS-Mediathek entnommen worden.

 

 

Er hätte genug zu tun gehabt, wenn er seinen Auftrag erfüllt hätte. 

Stattdessen prahlte er herum und enttarnte sich selber. Dieser Mensch war als Kundschafter eine Fehlbesetzung. Alle aufwändige Vorbereitung war für die Katz‘. So folgte die Trennung der Verbindung, wie das nächste Dokument zeigt.

 

Abbrechen Verbindung 1958

 

 Auch dieses Dokument ist nachfolgend als PDF vorhanden.

 

Abbrechen Verbindung 1958

Das Dokument ist aus der MfS-Mediathek entnommen worden.

 

DDR-Verfassung noch gültig – aber was nützt es?

Mit dem nun leider verstorbenen Genossen und Mit-Admin meiner DDR-Gruppen auf Facebook sowie Gastautoren bei DIE TROMMLER, Marcel Schmidt, habe ich einen Gedankenaustausch gehabt, den ich hier wiedergebe.

Das folgende Video legt dieses Thema satirisch dar.

 

 

Auf dem Papier ist die Verfassung der DDR noch gültig. Die DDR wurde nicht aufgelöst. Es wurden Bundesländer gebildet, die dann der BRD beigetreten sind. Deshalb spricht man in Formularen vom Beitrittsgebiet.

DDR_Verwaltungsbezirke

DDR

Bildquelle: Wikipedia

 

Alte und neue Bundesländer

Es wurden die neuen Bundesländer gebildet, die der BRD beigetreten sind.

Bildquelle:ccm Recht und Finanzen

 

Aber was nützt es, dass es die DDR im juristischen Sinne noch gibt? Es gibt keine Fabriken, bzw. die damaligen Firmen der DDR nicht mehr. Wichtige Gebäude gibt es nicht mehr. Mit dem Tarnnamen „Aufbau Ost“ ist der Abbau der DDR betrieben worden. Rasend schnell ist die Infrastruktur und die Staatsverwaltung angepasst worden. Man hatte viel Geld hineingesteckt. Dafür ist die Rentenkasse geplündert worden. Es ist nichts mehr übrig von der DDR.

 

Vergleich mit gestohlenem Auto

Man kann den Vergleich mit einem gestohlenen Auto ziehen. Das Auto ist gestohlen worden und ist weg. Die Papiere, wie z.B. Fahrzeugbrief, die anzeigen wer der rechtmäßige Eigentümer des Autos ist, sind nutzlos geworden. Das Auto ist weg.

gestohlenes auto 2
Bildquelle: Welt

 

Zwischenzeitlich ist das Auto zu Schrott gefahren worden. Würde es der rechtmäßige Eigentümer tatsächlich wiederfinden, könnte er damit nichts mehr anfangen. Genauso verhält es sich mit der DDR.

gestohlenes Auto

Bildquelle: Mitteldeutsche Zeitung

 

 

Gastautor Marcel Schmidt verstorben

Wir haben einen wichtigen Mitstreiter verloren.

Die Trommler - Archiv

Marcel Schmidt Marcel Schmidt

Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass der Gastautor von DIE TROMMLER und mein Facebook-Freund Marcel Schmidt verstorben ist.

Er ist gestern nach Jena gereist, um das Grab einer Freundin zu besuchen, von deren Tod er erst verspätet erfahren hatte. Diese Reise musste er wegen Corona aufschieben. Gestern war es soweit. Von der Reise hatte er mir Bilder und kleine Videos geschickt. Auch von dem Grab der Freundin hatte er mir ein Bild geschickt.

Er hatte sich sehr über den Tod der Freundin aufgeregt und nach dem Besuch des Grabes war er sehr aufgewühlt. Gestern hatte er mir noch Bilder von der Reise und dem Grab der Freundin gepostet. Ich denke diese Nervenbelastung hat ihn hinweggerafft.

Er war wie ein Neffe für mich. Wir haben uns stets ausgetauscht und er hatte sehr interessante Gedanken. Er hatte Gastbeiträge für DIE TROMMLER geschrieben, wie „Sozialismus und Glaubensfrage“.

Er war ein…

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Auferstehung der FDJ?

Anmerkungen von Petra Reichel zu einem Artikel aus DER SPIEGEL Nr. 29/11.07.2020

 

DER SPIEGEL kann nicht ignorieren, dass die FDJ wieder marschiert. DER SPIEGEL, der sonst als der große Aufklärer auftritt und Empörung schürt, wenn es um Übel des Kapitalismus geht, erfüllt hier seine Funktion als antikommunistisches Propagandaorgan.  Der Artikel über die heutige FDJ ist im abwertenden Stil abgefasst.

Foto DER SPIEGEL Nr. 29:11.07.2020

Bildquelle: DER SPIEGEL Nr. 29/11.07.2020

 

Dass die FDJ in den heutigen Neu-Bundesländern auf Ablehnung stößt, kommt Steffen Winter, des Autoren des SPIEGEL-Artikels gerade recht.

Dass der FDJ-Demonstrationszug von Gegendemonstranten blockiert wird, nimmt der Autor des SPIEGEL-Artikels für selbstverständlich. Die heutige Polizei räumt natürlich nicht für die FDJ den Weg frei. Wäre es um eine rechte Gruppierung gegangen, wäre dieser natürlich der Weg freigeräumt worden. Der FDJ ist nichts anderes übriggeblieben, als einen Umweg zu nehmen.

Dass die FDJ von der LINKEN nicht gern gesehen, bzw. nicht ernst genommen wird, ist nicht verwunderlich. Die heutige LINKE ist ja in diesem System angekommen.

DER SPIEGEL, bzw. der Autor des Artikels Steffen Winter ist verwundert darüber, dass einige FDJ-Mitglieder aus den Alt-Bundesländern kommen und der nostalgische LKW, den die Gruppe mitführt, das Kennzeichen von Diepholz, einer Stadt aus dem Alt-Bundesland Niedersachsen trägt. Ach so, hier ist die deutsche Einheit wohl nicht gefragt. Natürlich wird der alte LKW abwertend und nicht als nostalgisch gesehen.

Nun ja, wenn auch nach dem Sieg des Kapitalismus keinesfalls eine revolutionäre Situation in Sicht ist, so sieht es DER SPIEGEL, bzw. dessen Autor und im weitesten Sinne der heutige deutsche Staat, doch eine Gefahr in der verbliebenen FDJ. Sonst würde man doch nicht solch einen Artikel veröffentlichen. Da DER SPIEGEL nicht zur Asphaltpresse zählt, wo man ja sowas erwartet, sondern aufklärerisch tut und doch gleiche Methoden der antikommunistischen Propaganda anwendet, macht es schwieriger die böse Absicht zu durchschauen.

 

Der SPIEGEL-Artikel steht als PDF-Datei im nachfolgenden Link zur Verfügung.

SPIEGEL-Nr. 29:11.07.2020 zur heutigen FDJ

 

Siehe Beitrag zur FDJ in DIE TROMMLER-ARCHIV

 

Wirbt W.I. Lenin wirklich für die MLPD?

Die MLPD dümpelt schon seit ewigen Zeiten vor sich hin. Trotz großer Gönner ist sie auf noch keinen „grünen Zweig“ gekommen.

maoistdazibao

Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) hat einen beachtlichen PR-Erfolg in der bürgerlichen Presse eingefahren, mit der Aufstellung der ersten Lenin-Statue in Westdeutschland vor ihrer Parteizentrale in Gelsenkirchen-Horst. Wie diese „Marxisten-Leninisten“ W.I. Lenin und die anderen Klassiker des Marxismus-Leninismus „ehren“, wird klar, wenn man sich anhört, was „Stefan Engel, Leiter des theoretischen Organs der MLPD“ und langjähriger MLPD-Parteimonarch am vorhergehenden Samstag zur Aufstellung der Lenin-Statue absondert: „Wenn wir uns heute zum Marxismus-Leninismus bekennen, so wissen wir natürlich, dass die Texte, Bücher, Aufsätze und Schriften von Marx und Lenin schon über 100 Jahre alt sind, und in Zeiten geschrieben wurden, die mit den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen nicht mehr vergleichbar sind.“ (Rote Fahne der MLPD 14/2020, S. 26). Also heute laut MLPD heute keine marxistische Kapitalismusanalyse und keine leninistische Imperialismustheorie mehr. Veraltet, da alles seit über 100 Jahren alt ist; aber nun einmal wissenschaftlich – dialektisch-materialistisch – erforscht und bewiesen…

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Angelika Barbe

Angelika Barbe wurde am 26. November 1951 als Angelika Mangoldt in Brandenburg an der Havel geboren. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Angelika Barbe war eine Konterrevolutionärin in der DDR. Sie hat nun von sich Reden gemacht, als sie bei einer Demonstration im Zusammenhang mit dem Corona-Virus (Jahr 2020) festgenommen wurde.

Angelika Barbe

Angelika Barbe(1990)

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0421-332 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5425508

 

Angelika Barbe studierte 1970 bis 1974 an der Humboldt-Universität zu Berlin Biologie. Von 1975 bis 1979 war sie als Biologin bei der Hygiene-Inspektion Berlin-Lichtenberg beschäftigt, danach war sie Hausfrau

Seit 1986 war sie im Pankower Friedenskreis um Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin) aktiv. Eine der konterrevolutionären Gruppen, sich irreführend „Friedensgruppe“ nannten.  1987 war sie Mitbegründerin des Johannisthaler Frauenarbeitskreises und engagierte sich 1988/89 im Friedenskreis um die bekannten Konterrevolutionäre Ulrike Poppe, Jens Reich und Marianne Birthler.

Vom MfS wurde sie bis 1989 im operativen Vorgang „Hysterie“ beobachtet. Sie gehörte zum Kreis derer, die kurz vor dem Ende der DDR die sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) gründeten.

Nach der Konterrevolution wurde sie Mitglied des Parteivorstandes der nun gesamtdeutschen SPD und gehörte vom 20. Dezember 1990 bis zum 10. November 1994 dem 12. Deutschen Bundestag an. Sie wurde über die Landesliste der SPD in Berlin gewählt.

1995 bis 1998 arbeitete sie als Assistentin des ärztlichen Leiters des Krankenhauses Prenzlauer Berg. 1996 war sie Mitbegründerin des „Berliner Bürgerbüros zu Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur“. Was immer auch das ist, es ist einer der vielen Institutionen, welche dafür sorgen, dass die DDR in schlechter Erinnerung bleibt. Dafür werden eine Menge Steuergelder verschwendet. Das stört keinen Rechnungshof, Bund der Steuerzahler u.ä. Sie trat aus Protest gegen die Zusammenarbeit der SPD mit der PDS (heute DIE LINKE) mit weiteren Konterrevolutionären, wie Günter Nooke und Vera Lengsfeld der CDU bei.

Seit 2001 war sie Mitglied des Bundesvorstandes der Dachorganisation „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.“ (UOKG). Auch so eine unselige Institution, für die Steuergelder verschwendet werden. Mit der Behauptung „kommunistische Gewaltherrschaft“ wird der Faschismus, der tatsächlich eine Gewaltherrschaft war, verharmlost. Bis Juli 2007 amtierte sie als stellvertretende Vorsitzende dieser unseligen Institution.

Im Jahre 2000 wurde Angelika Barbe als Kandidatin für das Amt des Landesbeauftragten für die MfS-Unterlagen in Sachsen vorgeschlagen. Bis zum Frühjahr 2017 war sie bei der „Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung“ (eine Propagandainstitution der Landesregierung von Sachsen) tätig und befindet sich heute im Ruhestand.

Nun ist sie nach Rechts abgebogen und nahm an Versammlungen der PEGIDA-Bewegung in Dresden teil. Sie ist islamfeindlich eingestellt und behauptet, dass Migranten gegenüber der übrigen Bevölkerung bevorzugt würden. Dies tat sie in einem offenen Brief an die CDU kund.

Im März 2018 gab die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung bekannt, dass sie Angelika Barbe in das Kuratorium der Stiftung berufen habe.

Seit 24. Dezember 2017 ist sie Autorin des „Cirero“.

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus nahm Angelika Barbe Ende April 2020 an Demonstrationen gegen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus teil. Die dazugehörige Einschränkung des Demonstrationsrechts setzte sie mit angeblichen Repressionen in der DDR gleich. Sie wurde bei der Demo festgenommen.

 

Was die Ursache der Festnahme war, ist aus dem Video nicht ersichtlich.

In Interviews im AfD-nahen Magazin „Compact“ bestritt sie die Tödlichkeit des neuartigen Corona-Virus.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

Ersatz-1. Mai 2020

Ersatz 1. Mai 1

 

Wegen dem Corona-Virus gibt es in diesem Jahr einen Ersatz-1.Mai. Der Ersatz-1.Mai kann den echten Kampftag der Arbeiterklasse nicht ersetzen. Hoffentlich gibt es bis zu nächsten Jahr ein Medikament gegen das Corona-Virus.

Das Treffen mit alten Bekannten, dem Freundeskreis, den Genossinnen und Genossen fehlt. Die Demo auf der Straße gibt das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das vereinzelt Zuhause vor dem Bildschirm sitzen und sich da eine Veranstaltung anzusehen, ist fast  wirkungslos.

Ersatz 1. Mai KH

 

 

 

Oskar Fischer

Oskar Fischer wurde am 19. März 1923 in Ach, Tschechoslowakei geboren und ist am 02. April 2020 in Berlin verstorben. Er war von 1975 bis 1990 Außenminister der DDR.

Oskar Fischer (1989)

Oskar Fischer (1989)

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-0901-038 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424742

 

Oskar Fischer war der Sohn eines Arbeiters, absolvierte von 1937 bis 1940 eine Ausbildung als Schneider, leistete danach im II. Weltkrieg Dienst bei der Wehrmacht und war von 1944 bis 1946 in sowjetischer Gefangenschaft

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland trat er der FDJ und der SED bei und war zunächst Funktionäre des FDJ-Kreisverbandes Spremberg und des FDJ-Landesverbandes Brandenburg. Nach den Landtagswahlen in der DDR 1950 war er bis 1951 Abgeordneter im Brandenburgischen Landtag und Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Kultur und Volksbildung. Von 1951 bis 1952 war er Sekretär des Zentralrates der FDJ und Sekretär des Weltbundes der Demokratischen Jugend. Außerdem war er seit 1952 Mitglied des Weltjugendrates.

Von 1955 bis 1959 war Fischer Botschafter der DDR in Bulgarien, danach Sektorenleiter beim Zentralkomitee der SED. Von 1962 bis 1965 studierte er an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau (Diplom-Gesellschaftswissenschaftler). Danach war er stellvertretender Minister, Staatssekretär und von 1975 bis 1990 als Nachfolger von Otto Winzer Minister für auswärtige Angelegenheiten. Außerdem war er von 1971 bis 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED von 1976 bis 1990 Abgeordneter der Volkskammer.

Oskar Fischer (rechts) mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Joop den Uyl, 1977

Oskar Fischer (rechts) mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Joop den Uyl, 1977

 

Bildquelle: Von Hans Peters / Anefo – http://proxy.handle.net/10648/ac944b2a-d0b4-102d-bcf8-003048976d84, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67733027

 

1973 erhielt Oskar Fischer den Vaterländischen Verdienstorden, 1979 die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold und 1983 den Karl-Marx-Orden.

Er behielt das Amt des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten auch noch in der Regierung Modrow. Nach der ersten bürgerlichen Wahl, am 18. März 1990 übergab Oskar Fischer die Amtsgeschäfte am 12. April 1990 an Markus Meckel (SPD). Anschließend zog sich der damals 67-jährige zunächst ein Jahrzehnt lang vollständig ins Privatleben zurück. Interviewanfragen lehnte er ab.

Im Jahr 2000 wurde Oskar Fischer von Gabi Zimmer in den Ältestenrat der PDS berufen. Vor der Bundestagswahl 2002 beteiligte er sich an einem Wahlaufruf der PDS.

Er starb am 2. April 2020 in Berlin.

 

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Gedanken zur Corona-Krise

Gastbeitrag von Uli Suhr

 

Alle die es interessiert sind gerne eingeladen meine Gedanken zu lesen und darauf rum zu denken.  Vielleicht gebe ich ja den einen oder anderen einen Anstoß mit der Thematik entspannter um zu gehen.

Vorweg noch ein Wort zu mir:

Ich war von 1977 bis zur Wende Uniformträger und habe eine Offiziersschule absolviert. Soll heißen, man hat mir analytisches Denken und Risikobewertung in die Wiege gelegt. Aus diesem Grund regen mich viele öffentliche Verlautbarungen, Zeitungsartikel und diverse Fernsehsendungen maßlos auf. Man hat mir auch schon empfohlen meine Texte doch als Leserbriefe zu veröffentlichen. Das tue ich aus einem bestimmten Grund nicht. Da haben schon ganz andere Autoren kapituliert. Wenn man dann die bereinigten und gekürzten Texte liest, die dann häufig sinnentstellt abgedruckt werden und den Schreiber wie einen Demagogen oder Depp aussehen lassen, verzichte ich darauf.

Deshalb ist Teilen erwünscht und ich hoffe damit eine größere und unvoreingenommene Leserschaft zu erreichen.

Seit der Wende bin ich im Gesundheitswesen tätig, habe im Rettungsdienst, in Krankenhäusern und der Reha gearbeitet.

Seit 2003 bin ich selbständiger Physiotherapeut und arbeite in einer Praxisgemeinschaft

Wir haben alle Selbstzahler abbestellt, die Gruppenarbeit gestoppt und die Risikopatienten die uns seit vielen Jahren bekannt sind, davon überzeugt zuhause zu bleiben. Mit dem Resultat, das ich an guten Tagen höchstens noch 40 % der Patienten sehe. Im Normalfall habe ich einen 10 Stunden Tag und ca. 20 Behandlungen. Im Moment sind 7 oder 8 Patienten der Normalfall, ich will nicht klagen, sondern damit zum Ausdruck bringen, das wir Verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen. Auch wenn viele meiner Kollegen dadurch nur noch die Betriebskosten decken können und quasi umsonst arbeiten, sind wir für unsere Patienten da.

Aber all die seltsam anmutenden Maßnahmen die da diskutiert und in Erwägung gezogen werden, ziehen mir langsam die Schuhe aus.

 

Stichwort Masken: Wenn ich das große Besteck auspacken würde, müsste ich Vollschutz tragen. Schutzkittel, zertifizierte Atemmaske, Schutzbrille und Handschuhe der höchsten Sicherheitsstufe. So kann kein Mensch arbeiten. Die Kollegen in den Krankenhäusern sind nach 2 bis 3 Stunden bis auf die Haut durchnässt. Dazu käme, ich müsste mich nach jedem Patienten fachgerecht der Materialien entledigen und neu einkleiden. Undenkbar ! Erstens haben wir eine solche Ausrüstung nicht und selbst wenn, wenn fehlt es an Zeit und die Kosten würden jeden Rahmen sprengen. Das bedeutet, wir arbeiten am Patienten und können weder einen Sicherheitsabstand einhalten noch berührungsfrei arbeiten. Ich benötige meine Hände und muss meinen Gegenüber anfassen.

Nun kommt das Argument, ich soll doch meine Mitmenschen schützen. Die einzige Möglichkeit die mir bleibt ins Handhygiene in Form von Händewaschen, Händewaschen und Händewaschen.

Einen gewissen Schutz für meine Patienten würden für einen kurzen Zeitraum die handelsüblichen OP-Masken bieten. Das sind Wegwerfartikel und nach kurzer Zeit auch wertlos, da ich nun mal bei der Arbeit reden und erläutern muss.

Die gutgemeinten selbst gefertigten Stoffmasken gehen in meinem speziellen Fall nach hinten los. Der Schutzgrad geht gegen Null und im Gespräch höre ich immer wieder:        „Damit tue ich was für meine Gesundheit und auch für die anderen Menschen in meinem Umfeld!“  Weit gefehlt ! Versuche haben gezeigt, das nur ein Teil der sogenannten Tröpfchen und Aerosole zurück gehalten werden. Der Gedanke wiegt die Bevölkerung in einer trügerischen Sicherheit

Es hilft nur Abstand halten, Handhygiene und niemanden anniesen oder anspucken. Aber das dürften ja die meisten meiner Mitmenschen auch ohne Corona nicht gemacht haben.

Also bitte liebe Funktionsträger, Möchtegernmediziner und Hobby-Virologen verschont mich mit Maßnahmen die nur eins sind, sinnloser Aktionismus um dem Volk zu zeigen, wir tun was und sind Herr der Lage.

Augenmaß ist gefragt und Maßnahmen, die die getroffenen und notwendigen Festlegungen unterstützen und diese nicht absurd erscheinen lassen. Viele von uns werden sich anstecken und viele von uns werden auch andere anstecken. Wenn man uns aber in den Medien immer nur die 5 % vorführt die ernsthaft erkrankt sind hilft das wenig. Das sind 5 % von 100 % und die sind unvermeidlich. Die zeitliche Verzögerung funktioniert doch in unserem disziplinierten Deutschland hervorragend.

Also belasst es dabei und lasst die Profis ihre Arbeit machen. Verschont mich mit wenig hilfreichen Maßnahmen und den täglichen Sondersendungen. Da muss Zeit gefüllt werden und wenn einem die Fakten ausgehen, werden welche gepuscht. Die Psychologen schlagen schon Alarm und nicht das hier nur permanent Angst geschürt wird, nein es stellt auch eine ernst zunehmende Gefahr für „normale Kranke “ dar.

Wenn der ganze Budenzauber vorbei ist, bin ich schon jetzt auf die Zahlen gespannt, wie viele Menschen nicht mit oder an Corona gestorben, sondern durch die Hysterie, die eine vernünftige Abarbeitung des Tagesgeschäftes in Krankenhäusern und Praxen verhindert hat. All die chronisch Kranken, die sich aus Angst vor Ansteckung nicht mehr zum Arzt trauen und akute Notfälle, die versuchen ihre Beschwerden zuhause aus zu sitzen, werden dann wohl in einer anderen Statistik oder in geheimen Papieren verschwinden.

Ich werde weiter für meine Patienten da sein und meine Arbeit machen, so lange man mich lässt und ich hoffe, das ich vor weiteren übertriebenen und sinnlosen Maßnahmen verschont bleibe.

Man stelle sich mal vor, ich behandle einen Patienten zweimal die Woche eine halbe Stunde und habe intensiven Körperkontakt und wenn er mir am Wochenende über den Weg läuft, darf ich aus Sicherheitsgründen nicht mal einen Schwatz über den Gartenzaun halten.

Absurder geht es kaum.

 

In diesem Sinne, haltet Euch senkrecht und ich wünsche Euch, das ihr zu den 95 % gehören möget.

Grüße Uli

 

Historisch einmalig: Der Kampftag der Arbeiterklasse – Ein toter Tag

Keine Demos am Kampftag der Arbeiterklasse

DGB Mai-Plakat 2020

Bildquelle: DGB

 

Das Corona-Virus macht’s möglich.

Hoffentlich wird der Kampftag der Arbeiterklasse im nächsten Jahr wieder mit  Leben erfüllt.

 

Text Des DGB