Eine Heldin ist geboren

Ahh, eine Heldin ist geboren, denn „unser“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Elke Schlegel für den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auserkoren. Womit hat diese Frau den Orden verdient?

Nein, das Medikament oder den Impfstoff gegen das Corona-Virus hat sie nicht erfunden. Sie hat auch an keiner spektakulären Rettungsaktion teilgenommen. Wofür der Orden? Ach dazu braucht es nicht viel. Sie macht Kampagnen gegen die DDR. Dazu darf auch mal übertrieben, dick aufgetragen und auch vollständig gelogen werden. Zum 30. Jahrestag der Annexion der DDR infolge des Sieges der Konterrevolution, haben solche Kampagnen Hochkonjunktur. So erhält sie einen Orden –  für Nichts.

„Die Tafeln sind vor zwei Jahren aufgestellt worden. Viele Passanten bleiben stehen und lesen die Berichte der Opfer der Teilung.“

Bild entnommen aus der „Rhein-Zeitung“ vom 29.09.2020 Bildunterschrift zitiert aus der“Rhein-Zeitung“ vom 29.09.2020

Ach sie spricht vor Schulklassen. Reicht es nicht, dass die Kinder mit der offiziellen Geschichtsschreibung zugemüllt werden? Wer erzählt den nachfolgenden Generationen die Wahrheit über die DDR? Irgendwann leben die Zeitzeugen nicht mehr, die ohnehin kaum Gehör finden. 

Ach den Russichunterricht (war in der DDR die 1. Fremdsprache) hat sie geschwänzt. Gut, ob das an den Pranger stellen richtig war, sei dahingestellt. Aber hier und heute kann man auch nicht den Englischunterricht schwänzen.

Ach ihren Wunschberuf Dekorateurin konnte sie nicht erlernen. Äh, was – der sozialistische Plan war schuld. Hier und heute  im Kapitalismus kriegt man womöglich gar keine Lehrstelle, in der DDR konnte jede Schulabgängerin, jeder Schulabgänger einen Beruf erlernen, auch wenn es nicht immer der Wunschberuf war. Außerdem werden heutzutage noch weniger Dekorateure gebraucht, weil es heute weniger Schaufenster als früher gibt. 

Ach wieder die Mär, dass man wegen einem Ausreiseantrag verhaftet wurde. So ein Quatsch. Nun ja, sie hat ungenehmigt demonstriert. Aber ob das gleich so eine hohe Strafe mit sich bringt, ist zweifelhaft. Da war gewiss noch was anderes im Spiel.

Nun folgt eine Gruselstory über Hoheneck, ein bekannter Frauenknast in der DDR. Übrigens haben die heutigen Knäste auch das Problem der Überbelegung, was sie unter anderem anprangert. Was will die denn?

Was die Arbeit betrifft, kann ich aus meiner Erfahrung sprechen, dass man für Akkordarbeit eine gewisse Einarbeitungszeit braucht, um das Pensum schaffen zu können. Ist man mal in Übung, geht es. Ich weis nicht, ob es in der DDR, sei es draußen oder im Knast, diese Einarbeitungszeit gab. Wenn nicht, hätte sie sich trotzdem lieber auf die Arbeit konzentrieren sollen. Ich weis gar nicht, was stets gemeckert wird. Die Leute wollten doch so unbedingt im Kapitalismus leben und nahmen jedes Risiko dafür in Kauf. Warum waren sie nicht so schlau, die Arbeit im Knast als Übung zu sehen, um sich später, nach der Ausreise in die BRD, voll und ganz in der kapitalistischen Arbeitswelt einzubringen?

Dann folgt ein Abschnitt über das neue Leben in Koblenz. Ahh, hier steht jetzt, dass sie in der DDR Hotelfachfrau gelernt hat, wo es doch mit der Dekorateurin nicht geklappt hat. Nun ja, die Pizzeria, wo sie in Koblenz arbeitete brannte ab. Wie lange sie dann arbeitslos war, steht da nicht. Erstaunlicherweise hatte sie eine Umschulung bekommen, während andere Leute nie die Chance auf eine Umschulung haben. Frau Schlegel lernte dann Automobilkauffrau. 

Natürlich muss ein Selbstmordversuch mit in die Geschichte, als ein zufälliges Zusammentreffen mit einer damaligen Wärterin des Knastes Hoheneck stattgefunden hatte.  

Die Tränendrüse der Leserinnen und Leser soll gedrückt und Hass auf die DDR erzeugt werden. 

Nach einem Nervenzusammenbruch und Reha gilt sie nun als erwerbsunfähig. Andere bekommen die Erwerbsminderungsrente grundsätzlich abgelehnt, aber eine solche „Heldin“ doch nicht.

Ah sie hat dafür gekämpft, dass Reste des antifaschistischen Schutzwalls in Koblenz  aufgestellt worden sind. Mit entsprechenden Tafeln versehen, wo natürlich propagandistischer Stuss draufsteht. Dazu hat ihr Nervenkostüm gereicht.

„In der Nähe des deutschen Ecks in Koblenz stehen die Teile der Berliner Mauer und erinnern an die Opfer der Teilung. Lange hat Elke Schlegel dafür gekämpft, dass Erklärtafeln daneben aufgestellt werden, die die Schicksale der benennen, die nicht in der großen Politik auftauchen. Viele, die sich für Freiheit und Demokratie einsetzten, wurden inhaftiert. Oft wurden ihnen auch die Kinder weggenommen.“

Bild entnommen aus der „Rhein-Zeitung“ vom 29.09.2020. Bildunterschrift zitiert aus der „Rhein-Zeitung“ vom29.09.2020

Ein Buch hat sie auch geschrieben. Auch dazu hat sie genug Energie.

Ahh an der Tagung der DDR-Gegnerschaft in Cottbus hat sie auch teilgenommen. (Dazu später in einem anderen Beitrag mehr.)

Petra Reichel

Original-Artikel aus der „Rhein-Zeitung“ vom 29.09.2020

Der Lesbarkeit halber nochmal der Original-Text des Artikels aus der „Rhein-Zeitung“ vom 29.09.2020

Dienstag, 29. September 2020, Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach, Seite 3

Wenn nur die Gedanken frei sind

Die Koblenzerin Elke Schlegel hat in der DDR demonstriert und saß dann im Gefängnis – Jetzt erhält sie eine Auszeichnung

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Koblenz. In ihren Träumen rasseln noch immer die dicken Schlüsselbunde. Die schweren Türen fallen hinter ihr zu. Sie ist eingesperrt. Wenn sie träumt, dann ist Elke Schlegel wieder in der Zelle im Frauengefängnis Hoheneck, in der sie fünf Monate und 24 Tage verbracht hat. Eingesperrt, weil sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn aus der DDR in die Bundesrepublik ausreisen wollte und dafür demonstrierte.

Seit 1985 lebt sie in Koblenz, doch diese Zeit im Gefängnis wird immer Teil ihrer eigenen Geschichte sein. Und der Geschichte der Deutschen. Dass dies in Erinnerung bleibt, dazu trägt Elke Schlegel bei. Am kommenden Donnerstag wird sie dafür in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet. „Warum ich? Andere haben viel mehr geleistet!“, sagt sie. Aber sie freut sich.

Ihr zweiter Geburtstag ist für die heute 62-Jährige am 20. September, erzählt sie beim Treffen mit unserer Zeitung an den Mauerstücken in unmittelbarer Nähe des Deutschen Ecks. An diesem Tag im Jahr 1984 wird sie von der Bundesrepublik freigekauft. Bis heute berichtet Schlegel als Zeitzeugin vor Schulklassen und anderen Gruppen aus ihrer zunächst glücklichen Kindheit in Jena, die zunehmend Zwängen ausgesetzt war. Von Strafappellen vor 800 Mitschülern, weil sie den Russisch-Unterricht geschwänzt und stattdessen lieber gehäkelt hat. Von der angestrebten Ausbildung zur Dekorateurin, die sie nicht machen kann, weil der sozialistische Plan in diesem Jahrgang keine Dekorateurin braucht. Von der Freiheitsbewegung, der sie und ihr Freund Thomas Schmidt sich Anfang der 80er-Jahre anschließen und immer wieder zu stummen Protesten mit Kerzen auf die Straße gehen. Von dem Ausreiseantrag, den die Familie stellt, zu der nun auch der kleine Tony gehört. „Wir waren so naiv, wir haben gedacht, die lassen uns gehen“, erinnert sich Elke Schlegel. Stattdessen werden beide verhaftet. Immerhin: Tony darf bei seiner Oma bleiben. In vielen anderen Fällen kommen die Kinder ins Heim.

Berüchtigtes Frauengefängnis

Hoheneck. Das Frauengefängnis ist berüchtigt. Mit 41 Gefangenen teilt sich Elke Schlegel eine Zelle. Fünf unter ihnen sind politische Gefangene, die anderen Kriminelle. Keine Sekunde Privatsphäre, auch nicht auf der Toilette, die in der Zelle steht. Die Häftlinge müssen arbeiten, unter mörderischem Druck. Elke Schlegel bearbeitet im Akkord Strümpfe mit einem Heizformer. 2400 Strümpfe soll sie in acht Stunden fertigen, in Früh-, Spät- und Nachtschicht. Es ist nicht zu schaffen – und bedeutet, dass sie keine Briefe schreiben und bekommen darf, weil sie das Soll nicht erfüllt. Ihr Mann muss Kamerateile in Lösungen tauchen, die giftige Dämpfe freisetzen. Wie es ihm geht, erfährt Elke Schlegel nicht.

„Wir waren immer total fertig, kaum geschlafen mit 42 in einem Raum, und auch das Essen war schrecklich“, berichtet Elke Schlegel. Einmal schwimmen Maden oder Kakerlaken in der Suppe, da meutern die Gefangenen. „Wir Politischen haben das Lied ,Die Gedanken sind frei‘ angestimmt“, erzählt sie. Sie bezahlen es teuer: Die gefürchtete Wasserzelle ist die Strafe, ein gemauerter Kellerraum, in den immer neues kaltes Wasser eingelassen wird. Darin muss sie waten. „Manchmal träume ich davon, dann wache ich mit Wadenkrämpfen auf.“

Doch das sind nicht die schlimmsten Schmerzen. „Am schrecklichsten war Tonys Geburtstag und dass ich nicht bei ihm sein konnte.“ Ein einziges Mal darf ihre Mutter sie besuchen, der Junge muss im Gang warten. „Dann kam die Wärterin und sagte ganz süffisant zu mir: ,Was für ein süßer kleiner Junge, wie schade, dass seine Mutti ihn nicht sehen darf.‘ Wahrscheinlich hat die Frau selbst Kinder! Wie kann man so gemein sein?“

Ein neues Leben in Koblenz

18 Monate soll Elke Schlegel in Hoheneck bleiben, doch nach fünf Monaten und 24 Tagen darf sie am 20. September 1984 raus. Bis auf 38 Kilo ist sie abgemagert, die Bundesrepublik kauft sie frei. Zunächst ist sie ein paar Wochen im Aufnahmelager in Gießen, dort kommt am 24. Oktober ihr Mann Thomas Schmidt dazu. In der Nähe von Koblenz hat sie Verwandte, hier wollen sie neu anfangen. Im Januar 1985 zieht das Paar nach Koblenz, am 10. Februar dürfen sie ihren kleinen Sohn zu sich nehmen.

Und es geht bergauf. Elke Schlegel, die in der DDR Hotelfachfrau gelernt hat, arbeitet in einer Pizzeria. Dort wird sie herzlich aufgenommen, ein Freundeskreis bildet sich. Das Lokal brennt ein paar Jahre später ab, Schlegel macht eine Umschulung zur Automobilkauffrau, später eine Fortbildung und arbeitet bei der Debeka. Als 1989 die Grenzen öffnen, dürfen sie wieder Freunde und Verwandte in Jena besuchen. Nur das eine blöde Gefühl entsteht bei Elke Schlegel: „Nicht nur die Opfer kommen ja jetzt rüber. Auch die Täter.“

Und die Vergangenheit holt sie ein: An einem Tag ist sie mit einer Kollegin im Auto auf der Rückfahrt von einer Fortbildung. Beide haben DDR-Akzent, befragen sich, wo sie herkommen. Als Elke Schlegel erzählt, dass sie seit 1984 in der Bundesrepublik ist, fragt die andere nach: „Da war die Mauer doch noch!?“ Ja, erzählt Schlegel, sie war im Gefängnis und wurde freigekauft. „Wo?“, will die Kollegin wissen. „Hoheneck.“ Die Antwort der anderen: „Da war ich Aufseherin.“ Bei Tempo 100 reißt Schlegel die Autotür auf und will nur weg.

Ein Nervenzusammenbruch und zwei Jahre Reha folgen. Seitdem ist sie erwerbsunfähig. Und sie engagiert sich seitdem noch stärker dafür, dass die Geschichte nicht vergessen wird. Am Deutschen Eck stehen neben den Stücken der Berliner Mauer zwischen Biergarten und Deutschem Eck seit zwei Jahren Erklärtafeln, die an die Opfer der deutschen Teilung erinnern. Für diese Tafeln hat sie lange gekämpft.

Gerade war Schlegel bei einem Tribunal in Cottbus, bei dem zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit die Zwangsarbeit der politischen Häftlinge in der DDR Thema war. Das ist ein brisantes Thema, auch finanziell, denn für die gesundheitlichen Folgen der Zwangsarbeit bekommen Elke Schlegel und ihr Mann keine Entschädigung, lediglich seit ein paar Jahren eine kleine Opferentschädigung.

Zusätzlich engagiert sich die Koblenzerin in der UOKG, der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft. Und sie berichtet als Zeitzeugin, wie sie die DDR erlebt hat. „Die jungen Leute heute wissen ja gar nicht mehr, dass Deutschland mal geteilt war!“ Damit es auch später noch Zeugnisse gibt, hat Elke Schlegel gerade ein Buch geschrieben. Darin erzählt sie ihre Geschichte – die eben auch ein Stück deutscher Geschichte ist.

Die Tafeln sind vor zwei Jahren aufgestellt worden. Viele Passanten bleiben stehen und lesen die Berichte über die Opfer der Teilung.

Elke Schlegel bekommt den Verdienstorden der Bundesrepublik

Als eine von 15 Menschen bundesweit wird die DDR-Freiheitsaktivistin Elke Schlegel aus Koblenz am 1. Oktober von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Ehrung zum Tag der Deutschen Einheit steht unter dem Motto „Vereint und füreinander da“. Unter den acht Frauen und sieben Männern sind auch der Virologe Christian Drosten, der Pianist Igor Levit und der frühere Profifußballer Thomas Hitzlsperger. Wer Elke Schlegel vorgeschlagen hat, weiß sie nicht. Nachdem sie die Einladung bekommen hat, konnte sie es erst gar nicht glauben: „Da passe ich doch gar nicht hin! Andere haben sich viel mehr engagiert!“ Aber nun freut sie sich. dos

Auferstehung der FDJ?

Anmerkungen von Petra Reichel zu einem Artikel aus DER SPIEGEL Nr. 29/11.07.2020

 

DER SPIEGEL kann nicht ignorieren, dass die FDJ wieder marschiert. DER SPIEGEL, der sonst als der große Aufklärer auftritt und Empörung schürt, wenn es um Übel des Kapitalismus geht, erfüllt hier seine Funktion als antikommunistisches Propagandaorgan.  Der Artikel über die heutige FDJ ist im abwertenden Stil abgefasst.

Foto DER SPIEGEL Nr. 29:11.07.2020

Bildquelle: DER SPIEGEL Nr. 29/11.07.2020

 

Dass die FDJ in den heutigen Neu-Bundesländern auf Ablehnung stößt, kommt Steffen Winter, des Autoren des SPIEGEL-Artikels gerade recht.

Dass der FDJ-Demonstrationszug von Gegendemonstranten blockiert wird, nimmt der Autor des SPIEGEL-Artikels für selbstverständlich. Die heutige Polizei räumt natürlich nicht für die FDJ den Weg frei. Wäre es um eine rechte Gruppierung gegangen, wäre dieser natürlich der Weg freigeräumt worden. Der FDJ ist nichts anderes übriggeblieben, als einen Umweg zu nehmen.

Dass die FDJ von der LINKEN nicht gern gesehen, bzw. nicht ernst genommen wird, ist nicht verwunderlich. Die heutige LINKE ist ja in diesem System angekommen.

DER SPIEGEL, bzw. der Autor des Artikels Steffen Winter ist verwundert darüber, dass einige FDJ-Mitglieder aus den Alt-Bundesländern kommen und der nostalgische LKW, den die Gruppe mitführt, das Kennzeichen von Diepholz, einer Stadt aus dem Alt-Bundesland Niedersachsen trägt. Ach so, hier ist die deutsche Einheit wohl nicht gefragt. Natürlich wird der alte LKW abwertend und nicht als nostalgisch gesehen.

Nun ja, wenn auch nach dem Sieg des Kapitalismus keinesfalls eine revolutionäre Situation in Sicht ist, so sieht es DER SPIEGEL, bzw. dessen Autor und im weitesten Sinne der heutige deutsche Staat, doch eine Gefahr in der verbliebenen FDJ. Sonst würde man doch nicht solch einen Artikel veröffentlichen. Da DER SPIEGEL nicht zur Asphaltpresse zählt, wo man ja sowas erwartet, sondern aufklärerisch tut und doch gleiche Methoden der antikommunistischen Propaganda anwendet, macht es schwieriger die böse Absicht zu durchschauen.

 

Der SPIEGEL-Artikel steht als PDF-Datei im nachfolgenden Link zur Verfügung.

SPIEGEL-Nr. 29:11.07.2020 zur heutigen FDJ

 

Siehe Beitrag zur FDJ in DIE TROMMLER-ARCHIV

 

Corona Virus: Kubanische Ärzte helfen

Kuba hilft

Ärzte und Pfleger haben bereits bei Krisen wie dem Ebola-Ausbruch in Afrika Hilfe geleistet – Jetzt schlägt ihre Stunde erneut

Bildquelle: „Rhein-Zeitung“(„Oeffentlicher Anzeiger“) vom 24.03.2020 (Foto: DPA)

 

In den Medien ist das Corona-Virus derzeit das beherrschende Thema. Dass Kuba Ärzte in verschiedene Länder schickt, die vom Corna-Virus heimgesucht worden sind, so z.B. nach Italien, um zu helfen, wird in den offiziellen Medien verschwiegen. Doch die Taktik des Totschweigens klappt nicht immer. So muss sich z.B. die „Rhein-Zeitung“, bzw. ihre Heimatausgabe für Bad Kreuznach und Umgebung „Öffentlicher Anzeiger“ doch mit dem Thema befassen. 

Klingt erst mal positiv, wie beschrieben wird, dass Kuba Ärzte in alle Welt schickt, um zu helfen und reaktionäre Regierungen diese Ärzte zurückgeschickt haben, da ihnen doch die Menschen egal sind und sie nur das politische Kalkül interessiert. 

Nun kommt der Pferdefuß. Es wird in diesem Artikel Glauben gemacht, dass Kuba vorrangig finanzielle Interessen hätte und die Hilfsleistung zweitrangig wäre.  Der nächste Beitrag zur Volksverdummung im Sinne der Herrschenden. 

Nachstehend der Artikel aus der Zeitung im Original. Der besseren Lesbarkeit nochmal nachstehend als Original-Text.

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„Rhein-Zeitung“(„Oeffentlicher Anzeiger“ vom 24.03.2020

 

Dienstag, 24. März 2020, Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach

Kubas wichtigster Export sind Mediziner

Havanna. Kubas größte Exportschlager sind nicht etwa Rum oder Zigarren, sondern etwas, was in der Corona-Krise deutlich mehr Bedeutung hat: Ärzte und Pfleger. Deren Entsendung ins Ausland ist die wichtigste Einnahmequelle des Karibikstaates – im Jahr 2018 waren es rund 6,4 Milliarden Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro).

Seit dem Wochenende sind 52 kubanische Mediziner in der Lombardei, um dem am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Land Italien zu helfen. Auch andere Länder, etwa Jamaika, haben in der Corona-Krise um die Entsendung kubanischen Medizinpersonals gebeten.

Kubanische Ärzte und Pfleger arbeiten derzeit im Auftrag ihrer Regierung in gut 60 Ländern, wo sie teils dringend benötigte Beiträge zur Gesundheitsversorgung leisten. Sie sind für den sozialistischen Staat auch ein Mittel der Diplomatie. Großes Lob gab es international für ihren Einsatz 2014 im Kampf gegen Ebola in Afrika.

Doch im Zuge politischer Veränderungen in Lateinamerika und unter Druck der USA sowie angesichts des Vorwurfs von Menschenrechtsverletzungen sind die Ärzte in manchen Ländern nicht mehr willkommen. Das drückt auf die Geldbörse der Regierung in Havanna. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Ricardo Torres von der Universität Havanna. Es sei aber unbestreitbar, dass das Ende der Einsätze der Ärzte in manchen Ländern zu einer schweren Devisenknappheit in Kuba beitrage. Am schwersten wiegt der Fall Brasilien, der laut Torres einen Verlust von 250 bis 400 Millionen Dollar bedeutet: Ende 2018 zog Kuba seine rund 8300 Ärzte und Pfleger aus dem südamerikanischen Land ab. Nach dem Wahlsieg des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro dort war es zum Streit mit Havanna gekommen. Bolsonaro warf Kuba vor, mit den Ärzten auch Spione geschickt zu haben. Auch aus anderen Ländern der Region – El Salvador, Ecuador und zuletzt Bolivien – kehrten kubanische Mediziner zurück, nachdem dort US-freundlichere Regierungen an die Macht kamen.

Im vergangenen November zeigten sich die UN-Sonderberichterstatter für gegenwärtige Formen der Sklaverei sowie für Menschenhandel in einem Brief an die Regierung in Havanna besorgt über die Arbeitsbedingungen der Mediziner. Diese könnten der Zwangsarbeit gleichkommen, heißt es.

Zudem erhöhen die USA nach einer Zeit der Entspannung unter dem früheren Präsidenten Barack Obama unter dessen Nachfolger Donald Trump wieder den Druck auf den Erzfeind Kuba. „Castro schickt 50 000 kubanische Mediziner als Cash Cow des Regimes ins Ausland, nimmt mindestens 75 Prozent der Gehälter der Ärzte und benutzt sie, um verbündete Regimes an der Macht zu halten“, twitterte im Dezember Michael Kozak, der im US-Außenministerium für die westliche Hemisphäre zuständig ist.

Aus Sicht von Jorge Delgado Bustillo, dessen Behörde auf Kuba für die Entsendung der Ärzte zuständig ist, stellt sich das naturgemäß anders dar: „Das ist eine kriminelle, beschämende und unwürdige Haltung“, ärgerte er sich. „Unsere Ärzte bieten nur Gesundheitsleistungen.“

Seit 1963, vier Jahre nach der Revolution von Fidel Castro, schickte Kuba nach offiziellen Angaben insgesamt mehr als 400 000 Ärzte im Namen der internationalen Kooperation in 164 Länder. Manche der Aufnahmeländer zahlen für die Dienste, in anderen Fällen – derzeit in 22 Ländern – kommt Havanna für die Kosten auf.

Für die Mediziner selbst ist es auch eine Möglichkeit, etwas zum mageren kubanischen Gehalt von 50 Dollar (rund 47 Euro) im Monat dazu zu verdienen: Im Ausland bekommen sie monatlich 300 bis 900 Dollar. Dank eines dreijährigen Einsatzes in Venezuela habe sie ein Fest zum 15. Geburtstag ihrer Tochter bezahlen sowie einen Fernseher und Ersatzteile für das Auto ihres Bruders kaufen können, erzählt zum Beispiel die Ärztin Mayrin Tablada.

Nach Venezuela, das ein enger politischer Verbündeter Kubas ist, wurden besonders viele Ärzte und Pfleger entsandt: fast ein Drittel derjenigen, die heute im Ausland im Einsatz sind. Im Jahr 2003 vereinbarten die beiden damaligen Staatschefs Castro und Hugo Chávez ein Programm, wonach Kuba im Gegenzug für das medizinische Personal Öl bekam.

Im Zuge erhöhten Drucks der USA auf die heutige venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro hat sich die Ölmenge von ursprünglich 100 000 Barrel am Tag inzwischen allerdings auf wenig mehr als 50 000 Barrel fast halbiert. Nicht zufällig litt die Karibikinsel zuletzt unter einem Spritmangel, aufgrund dessen in der Landwirtschaft Ochsengespanne wieder eingeführt wurden.

„Auf der Grundlage der Sanktionen der USA gegen Kuba und Venezuela läuft eine Kampagne in Lateinamerika gegen die Ärzte“, sagt der Forscher Torres. „Es scheint klar, dass dies ein bedeutendes Ziel ist, da die Einnahmen für Kuba wichtig sind und ihr Wegfall die Insel ökonomisch schwächt.“


„Unsere Ärzte bieten nur Gesundheitsleistungen.“

Jorge Delgado Bustillo, dessen Behörde auf Kuba für die Entsendung der Ärzte zuständig ist, zum Vorwurf der Spionage

 

Befreiung der KZs Auschwitz und Dachau

Zeitzeugen erinnern sich

Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

 

Don Greenbaum gehörte zu jenen Soldaten, die das KZ Dachau befreiten. Iwan Stepanowitsch Martynuschkin gehörte damals zu den sowjetischen Soldaten die das KZ Auschwitz befreiten

Die Berichte der Zeitzeugen befinden sich im SPIEGEL-Artikel (DER SPIEGEL Nr. 5/15.01.2020) Siehe angehängte PDF-Datei.

Der Zeitzeuge der der US-Armee:

GI Greenbaum

 

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

 

 

ehemaliger US-Soldat Greenbaum

Zeitzeuge Don Greenbaum heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGE
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

 

 

Der Zeitzeuge der Sowjetarmee:

Offizier Martynuschkin

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

 

 

Ehemaliger Sowjetkämpfer Martynuschkin

Zeitzeuge Stepanowitsch Martynuschkin heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

 

Der SPIEGEL-Artikel hängt als PDF-Datei an. Bitte auf den Link klicken. Leider ist eine bessere Qualität nicht möglich, da der Artikel aus der gedruckten Ausgabe abfotografiert ist und DER SPIEGEL glänzendes Papier hat. Wenn das Dokument nicht lesbar ist, bitte melden. Dan versuche ich es erneut abzufotografieren

Es hat einige Diskussionen gegeben, weil der einer Online-Ausgabe ein dicker Lapsus unterlaufen ist. Das ist hier uninteressant. Es geht um den Bericht er Zeitzeugen. Wer weis, wie lange es noch lebende Zeitzeugen gibt, die über die Gräuel des Faschismus berichten und aufklären. Dass DER SPIEGEL ansonsten antikommunistisch ist, muss an dieser Stelle ausgeblendet werden. Die Berichte der Zeitzeugen müssen ein breites Publikum erreichen.

Hinweis auf den Bericht der Zeitzeugenberichte in DER SPIEGEL Nr. 5./15.01.2020 von Petra Reichel

Link zum SPIEGEL-Artikel:

Befreiung KZs Dachau und Auschwitz DER SPIEGEL Nr. 5-25.01.2020

 

Ein Volk?

Ein Volk? Öffentlicher 29.08.2019

 

Zeitungstext:

Donnerstag, 29. August 2019, Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach

30 Jahre Mauerfall: Sind wir schon ein Volk?

Schreiben Sie uns: Wie langjährige deutsch-deutsche (Ehe-)Paare den Zustand der Einheit bewerten

Bad Kreuznach/Berlin. Fast 30 Jahre ist es her, als das kaum Denkbare geschah. Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, erfasste eine Welle von Euphorie die Deutschen hüben wie drüben. Tränen flossen, als der Eiserne Vorhang in dieser historischen Nacht riss und die Grenzen plötzlich offen waren. Nicht einmal ein Jahr später wurde die deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 offiziell vollendet. Zumindest auf dem Papier. Viele Menschen aus dem Osten nutzten damals aber auch die Gunst der Stunde und suchten ihr Glück in den alten Bundesländern. Sie ließen sich in Westerwald und Eifel, Taunus und Hunsrück, an Rhein und Mosel nieder. Aus dieser Zeit entsprangen auch viele private deutsch-deutsche Beziehungen, die auf ihre ganz persönliche Weise die deutsche Einheit vollendet haben.

Nach diesen deutsch-deutschen (Ehe-)Paaren suchen wir – bevorzugt nach solchen, die noch heute intensive Kontakte in die neuen Bundesländer pflegen und regelmäßig seine oder ihre Heimat besuchen. Wir wollen wissen, wie sie diese 30 Jahre gemeinsamer deutscher Geschichte bewerten.

Wir fragen: Was haben Sie sich von der deutschen Einheit erhofft? Was davon hat sich erfüllt, was nicht? Was ist so anders hüben und drüben? Wie hat sich das Verhältnis zwischen alten und neuen Bundesländern über die Jahre verändert? Zum Besseren oder eher nicht? Sind wir tatsächlich schon ein Volk? Oder doch noch zwei? Und: Was müsste hier und dort passieren, damit wir mehr zusammenwachsen?

Wenn Sie im Rahmen unserer Serie „30 Jahre Mauerfall – sind wir schon ein Volk?“ über Ihre Erfahrungen mit Ost und West berichten wollen, melden Sie sich per E-Mail unter dem Stichwort Mauerfall und einer kurzen Beschreibung Ihrer gemeinsamen Lebensgeschichte an: leserpost@rhein-zeitung.net 


Anmerkung von Petra Reichel

Ob es Sinn macht an die Zeitung zu schreiben, sei mal dahingestellt.

Auf jeden Fall hat 1989/90 keine Vereinigung stattgefunden. Es war eine Konterrevolution und die DDR ist annektiert worden. Wer es milder ausdrücken möchte, kann von einer Eingemeindung sprechen. Alles Gute aus der DDR ist plattgemacht worden. Das Ödland in den heutigen Neu-Bundesländern ist erst nach Annexion der DDR entstanden. Nun will man uns Glauben machen, dass dies schon in der DDR so gewesen sei. Nun ja, die Volksverdummungsmaschinerie funktioniert eben.

Deutsch-deutsche (Ehe-)Paare sind hier gefragt, aber erst welche, die erst nach der Annexion der DDR zusammengefunden haben. Und noch zu DDR-Zeiten?  Wenn sich deutsch-deutsche Paare zu Zeiten der DDR kennenlernten, konnte über Heirat die Partnerin/der Partner aus der DDR den Ausreiseantrag stellen. Da dieser Antrag aus privaten Gründen gestellt wurde, war die Prozedur einfacher und der Antrag wurde schneller genehmigt. Mein Mann stammt auch aus der DDR. Sein Ausreiseantrag(1989)war bereits genehmigt, als dann die Grenzöffnung kam und die ganze Prozedur obsolet geworden ist.

Von der Annexion der DDR hat sich weder mein Mann noch ich was erhofft. Wir haben gewusst, dass der Kapitalismus gesiegt hat und nun die Übel des Kapitalismus, jenseits dessen glänzender Fassade, nun zum Alltag gehören.

Ein Volk, zwei Völker? Das ist doch ganz egal. Auf jeden Fall hat das Volk nichts mehr zu sagen und dumm gehalten, damit es so bleibt.

 

Antikriegstag 2019

Antikriegstag 2019 Öffentlicher 28.08.2019

„Öffentlicher Anzeiger“ 28.08.2019

 

 

Hier nochmal der Zeitungstext:

 

Mittwoch, 28. August 2019, Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach

„Nie wieder Krieg!“

DGB-Kreisvorstand ruft zur Mahnwache auf

Bad Kreuznach. Der DGB-Kreisvorstand Bad Kreuznach und das Netzwerk am Turm rufen zur Beteiligung an einer Mahnwache auf dem Salinenplatz zwei Tage vor dem diesjährigen Antikriegstag auf. Diese findet am Freitag, 30. August, von 17 bis 18 Uhr statt.

„Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“, fordert der DGB in seinem Aufruf. Daraus zitiert DGB-Kreisvorsitzender Michael Simon gerade jene Passagen, die auf den Zusammenhang zwischen Rüstungsausgaben und fehlenden Mitteln in zivilen Bereichen eingehen. „Welche Ausmaße das neuerliche Wettrüsten erreicht hat, zeigt sich bei den Militärausgaben. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs waren sie nie so hoch wie heute: Weltweit belaufen sie sich auf mehr als 1,6 Billionen Euro. Und auch die Bundesregierung kennt kein Halten. Betrug der Verteidigungsetat 2015 noch 33 Milliarden Euro, so ist er inzwischen auf 43,2 Milliarden Euro gestiegen. Wenn Deutschland die Nato-Vorgabe befolgt, seine Wehrausgaben bis 2024 auf zwei Prozent des BIP zu steigern, so läge sein Rüstungsetat in fünf Jahren bei 85 Milliarden Euro. Schluss damit!“

85 Milliarden Euro für den Rüstungsetat, das wären weitere 40 Milliarden, die in zivilen Bereichen fehlen würden, so der DGB: für Investitionen in Bildung, Schulen und Kitas, für sozialen Wohnungsbau, für kommunale und digitale Infrastruktur, für eine gerechte und ökologische Gestaltung der Verkehrs- und Energiewende – auch für den Erhalt des Kirner Krankenhauses, für eine bessere Alterssicherung und mehr soziale Sicherheit.

Ölembargo gegen Nordkorea – die Bevölkerung muss leiden

Bild -Logo

 

„Geisterschiffe vor Japans Küste“ ist eine gefundene Schlagzeile für die „Bild“.

 

Der Spiegel

DER SPIEGEL erklärt es etwas besser.

 

Es ist das Endergebnis der Sanktionen gegen Nordkorea. Die Bevölkerung hat zu leiden, ja es sind sogar Todesopfer zu beklagen. Ja, die Angehörigen können nicht mal die Toten beerdigen, da sie auf See treiben.

Fischerboot / Japan / Nordkorea

Boot vor Japans Küste(Archivaufnahme) 

Entnommen vom „Spiegel online“

 

Nordkorea hat die in der Nähe liegenden Fischgründe an China verkauft, weil die Devisen gebraucht werden. Die Fischer müssen in ungeeigneten Booten fast bis Japan schippern. Sie können nicht genügend Benzin tanken, da ihnen aufgrund des Embargos nicht genügend zur Verfügung steht. Unterwegs geht das Benzin aus und hilflos muss die Besatzung vor Japan im Meer treiben. Ob es nun tatsächlich so ist, dass die Fischer von den Militärs angetrieben werden, ist die Frage. Auf jeden Fall ist es das Ergebnis der bisherigen unzureichenden Menge von Ölprodukten, die Nordkorea importieren darf. Was gibt das erst, wenn die verschärften Sanktionen in Kraft treten?

Der UN-Sicherheitsrat interessiert sich nicht für die Existenz von Fischern und geht über Leichen.

Ungeheizte Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser etc.  und dauernde Stromausfälle interessieren die Damen und Herrn vom UN-Sicherheitsrat ebenso wenig.

Man könnte die Liste fortsetzen.

Ob die gesamte Infrastruktur des Landes zusammenbricht die Bevölkerung unter weiterem Notstand leidet, ist diesen Damen und Herren vom UN-Sicherheitsrat auch egal.


 

Das Wichtigste verschweigen die bürgerlichen Medien. Das Großkapital kann es nicht verknusern, dass ein kleiner Teil der Welt 1989/90 nicht wieder in seinen Herrschaftsbereich zurückgefallen ist. Das soll nun nachgeholt werden. Da wird der UN-Sicherheitsrat nun mal instrumentalisiert. Eine leidende Bevölkerung ist schnell eine unzufriedene Bevölkerung. Hofft man doch, dass wie in der DDR und den damals sozialistischen osteuropäischen Ländern, auch in Nordkorea die Bevölkerung gegen ihre Regierung, gegen das System auf die Straße geht. Na, ob das so einfach klappt, wie in Europa, wird sich zeigen. Zumindest ist Kim Jong Un nicht sprachlos, wie die Regierungen in der DDR und den damals sozialistischen osteuropäischen Ländern. Kim Jong Un kämpft. Wenn Nordkorea untergehen muss, dann nicht so würdelos, wie die damaligen sozialistischen Länder in Europa.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nordkorea wird die Lebensader abgeschnitten

 

Weihnachten 2017 ist keine gnadenbringende Weihnachtszeit für Nordkorea.

 


 

Der UN-Sicherheitsrat hat die Sanktionen gegen Nordkorea derart verschärft, dass dem Land die Lebensader abgeschnitten wird.

Sitzung UN-Sicherheitsrat

Eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates (Archivbild) © Brendan McDermid/Reuters

 

Nordkorea hat bislang zu wenig zum heizen und Strom produzieren. Benzin gibt es auch wenig. Bald wird noch weniger bis gar nichts da sein.

Die bislang erlaubte Menge der Einfuhr von Benzin und Diesel ist um 75 Prozent gekürzt worden. Außerdem müssen im Ausland arbeitende nordkoreanische Arbeiter heimkehren. Sie haben bisher Devisen für Nordkorea erwirtschaftet. Hinzu kommt noch, dass Nordkorea weniger exportieren darf und auch hier weniger Devisen erwirtschaften kann.

Während Kapitalisten und ihre Interessen vertretende Medien kein Interesse am Wohlergehen von arbeitenden Menschen haben, sprechen sie hier mitleidig von Sklavenarbeitern. Außerdem wird verschwiegen, dass auch in Katar nordkoreanische Arbeiter am Bau der Stadien für die Fußball-WM beteiligt sind. Es ist nur von Russland und China die Rede. China war bislang Partner und Verbündeter von Nordkorea. Nun hat auch China für die Sanktionen gestimmt. Ebenso Russland. Andererseits hat sich Russland als Vermittler im Streit zwischen Nordkorea und den USA angeboten. Es ist von Russland und China keine Hoffnung zu erwarten, auch wenn es manchmal anders klingt.

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Bildquelle:  Stepmap

 

In all den Pressemeldungen wird nicht oder nur am Rande auf die Auswirkungen des Embargos auf die Bevölkerung eingegangen. Die Bevölkerung wird von Embargos als Erste betroffen. Für das Militär und die Industrie werden Reserven zurückgehalten und nicht umgekehrt, wie es uns glauben gemacht wird. Das ist in jedem Land so, wenn eine Krise ist. Die Länder, die das beschlossen haben, würden selbst im Krisenfall nicht anders handeln.

Im FAZ-Kommentar von Thomas Gutschker wird die Auswirkung auf die Bevölkerung erwähnt. Kein Strom und keine Heizung. Doch sein Kommentar hat nur zum Inhalt, dass Sanktionen keinen Sinn machen. (Mit dem Sanktionslatein am Ende.) Er ist sich nicht im Klaren, was es heißt, wenn für ein ganzes Land Strom und Heizung fehlen.

Thomas Gutschker weist darauf hin, dass diese weitgehenden Sanktionen eine Kriegsgefahr sein könnten. Dazu nennt er den Angriff von Japan auf Pearl Harbor im Jahre 1941 als historisches Beispiel. Damals konnte Japan kein Öl und Stahl mehr beziehen.

Titel FAZ

Thomas Gutschker meint, dass Sanktionen ein Land wieder zurück an den Diplomatentisch bringen. Einem ganzen Land Strom und Heizung abdrehen hat eher die Wirkung einer Waffe und hat nichts mit einer Einladung zu Verhandlungen zu tun. So ist es nur logisch, dass Nordkorea diese weitgehenden Sanktionen als Kriegserklärung versteht. Von Öl, Energie für Elektrizität, Heizung und vieles andere mehr ist jede moderne Zivilisation abhängig. Dies ist die Lebensader für jedes Land. Wenn diese abgeschnitten wird, ist das ein Verbrechen gegen die dort lebenden Menschen.

 

 

 

 

„Wie die Stasi Westdeutschen die Identität stahl“

Diese Geschichte wird von NDR.de und der BStU(FB-Seite) präsentiert.

 

 

 

Hier geht es um einen BRD-Bürger, der in der DDR seine Frau, eine DDR-Bürgerin kennengelernt hat. Sie darf nicht ausreisen, sondern er muss zu ihr in die DDR übersiedeln.

Da der Mann Seemann ist, kann das MfS sein Seefahrtsbuch und seine Ausweispapiere gut gebrauchen. Soweit der Anfang der Geschichte. Nun ist hier viel Raum für Spekulation und Irreführung.

In dem Artikel des NDR(Beschreibung der Fernsehsendung zum Thema)ist einiges durcheinandergebracht worden.

Diese Geschichte spielte sich im Jahres 1972 ab. Da gab es wohl noch mehr Aufnahmeheime, als das Aufnahmeheim Röntgental, weil da von einem Heim in Schwerin die Rede ist.

Fälschlicherweise wird behauptet, das Manfred Ebner(um den geht es hier) kurz nach seiner Übersiedlung im Oktober 1972 verhaftet worden wäre und dann ins Aufnahmeheim Pritzier in der Nähe von Schwerin gebracht worden wäre. Faktisch war der Aufenthalt in einem Aufnahmeheim haftähnlich, aber das war keine Haft, bzw. Gefangenschaft im juristischen Sinne. Auch die Verbringung dorthin war keine Verhaftung im juristischen Sinne. Das ist irreführend für die Menschen, die das lesen, bzw. die Fernsehsendung sehen.

Da man während des Aufenthaltes im Aufnahmeheim die persönlichen Papiere abgeben musste, ist es durchaus möglich, dass, wie im Fall von Manfred Ebner, dessen Pass u.a. Papiere vom MfS benutzt wurden.

Es wird auch behauptet, dass Manfred Ebner während der „Haft“ Ausreiseanträge stellte. Das war während des Aufenthalts im Aufnahmeheim. Humbug, denn er war ja kein DDR-Bürger. Jederzeit konnte er aber den Antrag auf Rückführung stellen. Seine Familie hätte er aber nicht mitnehmen können, da diese DDR-Bürger waren. Die Frau mit dem Kind hätte dann einen Ausreiseantrag stellen müssen.

Herr Ebner ist dann doch DDR-Bürger geworden. Wie soll es anders gehen, wenn das MfS seine BRD-Papiere gebraucht hat? Außerdem wollte er zu seiner Familie.

mfs beobachte die Ebners

Das MfS beobachtete die Familie Ebner

Bild entnommen von NDR.de(bitte auf´s Bild klicken)

 

 

1984 darf die Familie ausreisen.

Der Kundschafter der die Papiere des Herrn Ebner benutzt hatte, ist nicht aufgeflogen.

Diese Geschichte stützt sich auf die „Rosenholzdateien“, die ja nach dem Sturm auf die Dienststellen des MfS während der Konterrevolution in den USA gelandet sind und später an das heutige Deutschland zurückgegeben worden sind.

 

100. Jahrestag der Oktoberrevolution: Wie geht eine bürgerliche Zeitung damit um?

Als ich meine Heimatzeitung,Titel Öffentlicher

die eine Regionalausgabe der Schriftzug Rhein-Zeitung ist, aus dem Briefkasten holte, war ich zunächst erfreut. Der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution wird auch in einem bürgerlichen Blatt gewürdigt?

Oktoberrevolution RZ 1

Liest man sich den Text durch, merkt man schnell, dass von Würdigung keine Rede sein kann.

 

Hier findet man den ganzen Text. In der Zeitung auf Seite 2. Letztendlich bleibt das antikommunistische Gesülze übrig, wie wir es seit Jahr und Tag kennen. Insbesondere in den Alt-Bundesländern Deutschlands u.a. westlichen Ländern kennen wir ja das noch länger.

RZ Oktoberrevolution 2

Der besseren Lesbarkeit halber hier nochmal der Text aus obigem Artikel:

Warum Putin mit Lenin hadert

Oktoberrevolution Vor 100 Jahren erschüttern die Russen die Weltordnung – Millionen Opfer

Von Friedemann Kohler

St. Petersburg. Die Revolution siegt wieder im Winterpalast von St. Petersburg. Eine weiße Marmortreppe, über die einst die russischen Zaren schritten, wird überragt von einem riesigen Arbeiter. Drohend schwingt er den Hammer. Rote Banner überstrahlen die kostbaren französischen Wandteppiche in dem Palast, der heute das weltbekannte Museum Eremitage beherbergt. Vor 100 Jahren vollzog sich in diesen langen Korridoren Geschichte. Am 25. Oktober 1917 (7. November 1917 nach neuem Kalender) besetzten kommunistische Soldaten und Matrosen Brücken und andere wichtige Punkte im damaligen Petrograd. Eine Nacht später drangen sie in den Winterpalast ein. Dort saß seit der Februarrevolution acht Monate vorher schon nicht mehr Zar Nikolaus II., sondern nur noch eine schwache Übergangsregierung.

Radikale Linke übernahm die Macht in Russland

In einem Handstreich, verklärt zur „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, übernahm der radikalste Flügel der russischen Linken die Macht: die Partei der Bolschewiki unter Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924). Eine welthistorische Zäsur: Der erste sozialistische Staat entstand. Aus Russland wurde 1922 die Sowjetunion. Der Beginn eines jahrzehntelangen Wettbewerbs der Systeme. Doch die Sowjetunion zerfiel 1991, und im heutigen Russland ist die Ausstellung „1917“ der Eremitage die wohl eindrücklichste Erinnerung an den Roten Oktober. Zum Jahrestag wurde der Palast zur Kulisse eines großen Lichtschau. Ansonsten tut sich das Land schwer mit 1917. Einerseits kostete die kommunistische Herrschaft Millionen Menschen das Leben, vor allem unter dem Diktator Josef Stalin (1878–1953). Andererseits trauern immer noch viele Russen bis hinauf zu Präsident Wladimir Putin der verlorenen Größe der Sowjetunion nach.

Die Stätten der Oktoberrevolution lassen sich in St. Petersburg zu Fuß erlaufen. Vor dem Smolny-Institut steht immer noch ein berühmtes Lenin-Denkmal. Gebieterisch weist der Revolutionsführer in die Ferne: In eine lichte Zukunft? Oder zum Winterpalast?

Im Smolny hatten der Petrograder Rat der Arbeiter und Soldaten und das militärrevolutionäre Komitee ihren Sitz. Von hier steuerte Lenin seine Machtübernahme. Im russischen Doppelrevolutionsjahr 1917 agierte er von allen Politikern am entschlossensten. Im Februar war der Zar gestürzt worden, doch die folgende provisorische Regierung war zerstritten. Vor allem beendete sie nicht den Krieg gegen das deutsche Kaiserreich. Lenin versprach den Arbeitern Brot, den Bauern Land und allen zusammen Frieden. Historiker sind sich einig, dass weniger der Umsturz von 1917, sondern die Festigung der Macht im blutigen Bürgerkrieg bis 1922 der eigentliche Erfolg der Bolschewiki war. An dem militärischen Sieg hatte Kriegskommissar Leo Trotzki (1879–1940) großen Anteil.

Als Motto für das Gedenkjahr 2017 hat der Kreml die nationale Einheit ausgegeben, die Versöhnung zwischen den einstigen Bürgerkriegsgegnern, zwischen Roten und Weißen. Für Wladimir Putin ist Lenin einer der großen Zerstörer in der russischen Geschichte. „Lenin hat eine Atombombe unter das Gebäude gelegt, das Russland heißt, und die ist dann explodiert“, sagte er 2016. Gemeint war die Aufteilung der Sowjetunion in Republiken wie die Ukraine oder Weißrussland, die beim Zerfall des Riesenreichs eigenständige Staaten wurden. „Hätte man sich nicht ohne Revolution, sondern auf evolutionärem Weg weiterentwickeln können?“, fragte er klagend.

Kremlchef Putin fürchtet sich vor einer Revolte

Putin tut sich leichter mit Stalin, dem Sieger im Zweiten Weltkrieg, der die sowjetische Macht erweiterte, meint der Historiker Ilja Kalinin. Zudem sei dem Kremlchef jede Art von Umsturz, von Revolution verdächtig, sagte der Professor der Universität St. Petersburg. „Schon die Idee einer Revolution wird als Nationalverrat gebrandmarkt.“ Der Langzeitpräsident fürchte, dass sich der Volkszorn irgendwann auch gegen seine Herrschaft richten könnte. Dabei sei die Botschaft der russischen Doppelrevolution, dass Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Zu den revolutionären Stätten in Russlands nördlicher Hauptstadt gehört unabänderlich auch die „Aurora“. Der alte Panzerkreuzer liegt als Museumsschiff am nördlichen Ufer des Flusses Newa. Zwei Matrosen aus der nahe gelegenen Kadettenakademie schieben an einem trüben Herbsttag Wache auf Deck. Ein Schuss aus der Bugkanone der „Aurora“ gab am Abend des 25. Oktober das Signal für die Besetzung des Winterpalasts.

Die Revolutionäre drangen in den Prunkbau ein. Im Kleinen Speisesaal nahmen sie die Minister der provisorischen Regierung fest. Ministerpräsident Alexander Kerenski war da schon geflohen. Die Uhr auf dem Kaminsims des Speisesaals soll damals stehen geblieben sein. Ein Jahrhundert standen die Zeiger auf 2.10 Uhr, bis Eremitage-Direktor Michail Piotrowski eine revolutionäre Tat beging: Er setzte das Uhrwerk wieder in Gang.

entnommen aus der „Rhein-Zeitung“ vom 07.11.2017

Ich verweise nun auf Beiträge im Schwesterblog DIE TROMMLER-ARCHIV.

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Sieh auch Beiträge aus dem befreundeten Blog „Sascha´s Welt“.

Sascha´s Welt

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